Grazer Gericht erlaubt Berichte über Haiders Sexleben

Claudia Haider wollte einstweilige Verfügungen gegen mehrere Medien erwirken. Das Oberlandesgericht Graz entschied, dass auch über höchst private Aspekte in Haiders Leben berichtet werden darf.

Grazer Gericht erlaubt Berichte über Haiders Privatleben
Grazer Gericht erlaubt Berichte über Haiders Privatleben
(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)

Das Grazer Oberlandesgericht hat mediale "Enthüllungen" über das Privatleben des tödlich verunglückten Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider erlaubt. Das Schweizer Boulevardblatt "Blick" und der deutsche "Spiegel Online" dürfen demnach über die Privatsphäre des ehemaligen BZÖ-Politikers schreiben, berichtet der "Standard" (Donnerstag-Ausgabe).

Die Witwe des ehemaligen Kärntner Landeshauptmannes, Claudia Haider, hat gegen die deutsche Boulevardzeitung "Bild" sowie "Blick", "Spiegel Online", "Österreich", "News" und deren Onlinedienste einstweilige Verfügungen beantragt. Sie hatten ausführlich aus einem "Bild"-Interview über Haiders Sexleben zitiert.

Besteht "heftiges mediales Interesse"

Das Landesgericht Graz untersagte, darüber zu berichten. Das Grazer Oberlandesgericht war nun anderer Meinung, Haider sei "eine Person des öffentlichen Lebens" gewesen, heißt es. Es bestehe "auch nach seinem Tod, insbesondere wegen der konkreten Umstände seines Todes und die Zeit unmittelbar davor, noch heftiges mediales Interesse. "Blick" und "Spiegel Online" hätten darüber hinaus auch das BZÖ bzw. Claudia Haider zu Wort kommen lassen.

Das Oberlandesgericht Wien hat hingegen in einem anderen Verfahren Berichte per einstweiliger Verfügung untersagt. Eine endgültige Entscheidung über die Berichterstattung zum Privatleben Haiders wird wohl erst der Oberste Gerichtshof treffen.

Fataler Unfall: Jörg Haider raste in den Tod

(APA)

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