"Krone" gegen "Kobuk": Online-Chefredakteur droht Watchblog mit Klage

"Kobuk" kritisierte einen Artikel der "Kronen Zeitung" über Unfälle mit Radfahrern - Zahlen seien darin falsch interpretiert worden. Nun droht der "krone.at"-Chefredakteur mit einer Klage.

Archivbild: Ein Kolporteur der "Kronen Zeitung"
Archivbild: Ein Kolporteur der "Kronen Zeitung"
Archivbild: Ein Kolporteur der "Kronen Zeitung" – REUTERS

Im Juni erschien ein Artikel der "Kronen Zeitung" unter dem Titel "74 Fußgeher von Radlern verletzt". Darin heißt es: "Fußgeher leben in Wien gefährlich: 74 Menschen wurden allein 2016 von Rad-Rowdys niedergemäht." Die Zahl der Unfälle habe sich in vier Jahren verdoppelt.

Der Watchblog "Kobuk" kritisierte in einem Blogeintrag, die Zeitung habe die Zahlen falsch interpretiert und so "dramatischen Formulierungen und Schuldzuweisungen" erzeugt. Einem Re-Check von "Kobuk" hätten die Zahlen nicht Stand gehalten, stattdessen verwies der Watchblog auf abweichende Zahlen der Statistik Austria.

Auf Twitter kippte dann die Stimmung endgültig: Nach einem Tweet von "Kobuk"-Leiter Helge Fahrnberger drohte der Online-Chefredakteur der "Krone", Richard Schmitt, dem Blog mit einer Klage. "Diesmal ist Schluss mit lustig: Nach Rückkehr vom Urlaub werden rechtliche Schritte folgen", twitterte Schmitt, der auch Autor des kritisierten Artikels ist. Es würde "diesmal teuer werden". Die Zahlen im "Krone"-Artikel habe die Redaktion direkt vom Polizei-Pressesprecher erhalten.

Laut dem "Standard" hätte Schmitt in einer privaten Nachricht an Fahrnberger angekündigt "durch alle Instanzen" klagen zu wollen. Die Reaktion "eines der mächtigsten Journalisten des Landes" fände Fahrnberger hingegen "bemerkenswert". Der Blogeintrag wurde mit einem Hinweis auf die Androhung einer Klage ergänzt: "Wir stehen jedoch weiterhin zu dieser Medienkritik."

>> Der kritisierte "Krone"-Artikel

>> Der "Kobuk"-Blogeintrag

(Red.)

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