Ausstellung

World Press Photo in Wien: Feuer und Fleisch, Terror und Kinder

Die Siegerfotos des diesjährigen World Press Photo Wettbewerbs sind ab dem 14. September in Wien zu sehen. Sie zeigen explosive Demonstrationen, Opfer von Terror - aber auch die scheinbar heile Welt im Waldviertel.

World Press Photo des Jahres: Die Venezuela-Krise

von Ronaldo Schemidt, Agence France-Presse

Am 3. Mai 2017 kam es in Caracas, Venezuela bei einer Demonstration gegen die von Präsident Nicolas Maduro angekündigte Reform der Staatsverfassung zu gewaltsamen Zusammenstößen. Der 28-jährige José Victor Salazar Balza geriet dabei in Brand, als der Tank eines Motorrads explodierte. Schemidts Bild wurde zum World Press Photo des Jahres gekürt.

(c) World Press Photo

"Ich fühlte die Explosion hinter mir und ich spürte die Hitze und in diesem Moment habe ich mich umgedreht und schon fotografiert, ohne zu sehen, was vor sich ging", sagte Schemidt über sein Foto. Salazar überlebte den Vorfall mit Verbrennungen ersten und zweiten Grades.

Vom 14. September bis zum 21. Oktober sind die World Press Photos nun in Wien zu sehen: im Westlicht in der Westbahnstraße.

(c) APA/AFP/PEDRO PARDO (PEDRO PARDO)

Die bedrohten Uferviertel von Lagos

von Jesco Denzel, laif. Erster Preis in der Kategorie Aktuelle Themen, Einzelbilder.

Der Staddteil Makoko in Lagos in Nigeria hat etwa 150.000 Einwohner. Doch Lagos wächst rasant und Bauland ist knapp. Nun gibt es Bestrebungen, Viertel wie Makoko abzureißen und stattdessen Apartmentkomplexe zu errichten. Die Bewohner könnten aus ihren Häusern vertrieben werden, ohne Anspruch auf Ersatz zu haben.

(c) World Press Photo

Feeding China

von George Steinmetz für "National Geographic". Zweiter Preis in der Kategorie Aktuelle Themen, Stories.

Arbeiter verarbeiten Fleisch in der Firma Jinluo Fleisch, Shandong, östliches China. China ist bereits jetzt der weltgrößte Produzent und Verbraucher von Schweinefleisch und der Markt wächst weiter rasant an. Steigende Einkommen haben in China zu einem Wandel der Essgewohnheiten und einer erhöhten Nachfrage nach Fleisch, Milchprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln geführt.

(c) World Press Photo

Weiße Wut

von Espen Rasmussen, Panos Pictures, VG. Dritter Preis in der Kategorie Aktuelle Themen.

Tommy Kinder, nach eigenen Angaben Patriot und stolz auf sein Land, posiert im September 2017 mit seinem Gewehr in seinem Haus in Fork Creek im US-Bundesstaat West Virginia. Fotograf Espen Rasmussen traf auf seiner Fahrt durch Virginia, West Virginia und Maryland auf mehrere solcher selbsternannten Patrioten und rechtsextremen Aktivisten. Kurz vor der Aufnahme fand bei der Kundgebung "Unite the Right" seit Jahrzehnten die erste Zusammenkunft von rechtsextremistischen Gruppen aus dem ganzen Lands statt. Organisiert unter anderem, um gegen die Demontage eines Denkmals des Konföderierten-Generals Robert E. Lee zu protestieren.

(c) World Press Photo

Warten auf die Freiheit

von Neil Aldridge. Zweiter Preis in der Kategorie Umwelt.

Ein junges Breitmaulnashorn, betäubt und mit verbundenen Augen, kurz vor seiner Freilassung. Zum Schutz vor Wilderern wurde es aus Südafrika ins Okavango Delta nach Botswana gebracht.

(c) World Press Photo

Amazonas, das bedrohte Paradies

von Daniel Beltrá. Dritter Preis in der Kategorie Umwelt, Story.

Ein Schwarm roter Ibisse fliegt über das überflutete Flachland im Bundesstaat Amapá in Brasilien. Unter dem Druck von Holzwirtschaft, Bergbau und Landwirtschaft ist die Abholzungsrate im Amazonas-Gebiet im Jahr 2016 nach einem Rückgang wieder deutlich angestiegen. Das könnte sich auf die Ererwärmung auswirken.

(c) World Press Photo

Nicht mein Urteil

von Richard Tsong-Taatarii für "Star Tribune". Zweiter Preis in der Kategorie Allgemeine Nachrichten, Einzelbilder.

Freunde des von einem US-Polizisten erschossenen Afroamerikaners Philando Castile umarmen einander nach einer Trauerfeier. Zwei Tage zuvor wurde der Polizist, der Castile erschossen hat, von allen Anklagepunkten freigesprochen.

(c) World Press Photo

Die Schlacht um Mossul

von Ivor Prickett für "The New York Times". Erster Preis in der Kategorie Allgemeine Nachrichten, Stories.

Soldaten der irakischen Spezialeinheiten versorgen einen Buben. Er wurde von einem mutmaßlichen IS-Anhänger aus dem letzten vom IS kontrollierten Gebiet der Altstadt von Mossul, Irak, herausgetragen. Da der Mann den Namen des Buben nicht kannte, gingen die Soldaten davon aus, dass er das Kind bei seinem Fluchtversuch als menschliches Schutzschild benutzte.

(c) World Press Photo

Rohingya flüchten vor ethnischer Verfolgung nach Bangladesch

von Kevin Frayer, Getty Images. Zweiter Preis in der Kategorie Allgemeine Nachrichten, Stories.

Nach Angriffen auf Dörfer von Rohingya-Muslimen in Myanmar, bei denen ihre Häuser niedergebrannt wurden, versuchten Hundertausende Rohingya zu Fuß oder mit Booten nach Bangladesch zu entkommen. Viele von ihnen kamen bei der Flucht ums Leben. Nach Unicef-Angaben waren über die Hälfte der Flüchtenden Kinder. In Bangladesch wurden die Geflüchteten in behelfsmäßigen Lagern untergebracht. In einem dieser Lager klettert der Bub auf dem Foto auf einen Lkw, der Hilfsgüter verteilt.

(c) World Press Photo

Ich Bin Waldviertel

von Carla Kogelman. Erster Preis in der Kategorie Langzeitprojekte.

Die Geschwister Hannah und Alena leben in Merkenbrechts im Waldviertel. Die Mädchen haben noch zwei ältere Brüder und verbringen die meiste Zeit gemeinsam. Sie führen ein scheinbar sorgloses Leben. Die Fotografin Carla Kogelman hat Hannah und Alena seit 2012 fotografiert. Sie besucht die Mädchen jedes Jahr und verfolgt, wie sie gemeinsam aufwachsen. Auf dem Foto ist Hannah mit dem Vogel Pipsi zu sehen, den sie in einem nahen Feld gefunden hat. Obwohl sie sich um den Vogel gekümmert hat, ist er noch im selben Sommer gestorben. Er hat eine schöne Beerdigung bekommen.

(c) World Press Photo

Mülltaucher

von Corey Arnold. Erster Preis in der Kategorie Natur, Einzelbilder

Ein Weißkopfseeadler frisst Fleischabfälle aus einem Müllcontainer im Hafen des Städtchens Unalaska in Alaska. Der früher vom Aussterben bedrohte Vogel ist wieder häufiger anzutreffen, weil Schutzmaßnahmen greifen.

(c) World Press Photo

Jump

von Thomas P. Peschak. Zweiter Preis in der Kategorie Natur, Einzelbilder.

Springende Felsenpinguine an der Küste der Marion-Insel, einem südafrikanischen Antaktisgebiet im Indischen Ozean. Die Pinguinart gilt als bedroht. Ihre Anzahl nimmt ab, vermutlich, weil das Nahrungsangebot knapper wird. Was sie von anderen Arten unterscheidet, ist, dass die Tiere sich an Land hüpfend und nicht watschelnd fortbewegen.

(c) World Press Photo

Die Krieger, die die Elefanten beschützen

von Ami Vitale für "National Geographic". Erster Preis in der Kategorie Natur, Stories.

Pfleger füttern Elefantenbabys im Reteti Elephant Sanctuary im Norden Kenias. Dort werden verlassene und verwaiste Elefantenkälber aufgepäppelt und wieder ausgewildert. Alle Männer, die hier arbeiten, sind Krieger der einheimischen Samburu. Früher wurden Elefanten von ihnen als Bedrohung gesehen. Aber nun beschützen die Sumburu die Elefanten. Auch weil diese niedrige Büsche fressen und kleine Bäume umwerfen, was für das Hirtenvolk nützlich ist.

(c) World Press Photo

Manal, Porträts aus dem Krieg

von Alessio Mamo für Redux Pictures für Ärzte ohne Grenzen. Zweiter Preis in der Kategorie Menschen, Einzelbilder.

Die elfjährige Manal ist ein Opfer einer Raketenexplosion in Kirkuk im Irak. Ihr Gesicht wurde von den Ärzten ohne Grenzen aufwendig rekostruiert. Um dieses nach den plastischen Operationen vor der Sonne zu schützen, muss sie täglich mehrere Stunden eine Maske tragen. 

(c) World Press Photo

Boko Haram zwang diese Mädchen, Sprengstoffgürtel zu tragen - sie überlebten

von Adam Ferguson für "The New York Times". Erster Preis in der Kategorie Menschen, Stories. 

Auf dem Foto ist die 14-jährige Aisha zu sehen. Sie wurde von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram dazu gewungen, einen Sprengstoffgürtel zu tragen und hätte sich in einer Menschenmenge in die Luft sprengen sollen. Aber ihr gelang die Flucht. Boko Haram hat seit 2014 mehr als 2000 Mädchen und Frauen entführt. Weibliche Selbstmordattentäter gelten als neue Kriegswaffe. Immer mehr Kinder, vor allem Mädchen, werden von den Terroristen als Attentäter eingesetzt.

(c) World Press Photo

Freiheit finden im Wasser

von Anna Boyiazis. Zweiter Preis in der Kategorie Menschen, Stories.

Schülerinnen wird vor Muyuni Beach, Sansibar, im Indischen Ozean das Schwimmen und Durchführen von Rettungsmaßnahmen beigebracht. Traditionell dürfen Mädchen auf der Inselgruppe nicht schwimmen lernen. Das liegt hauptsächlich an der konservativen islamischen Kultur und ihren strengen Kleidungsvorschriften für Frauen. Im Rahmen einen Projekts mit dem Namen Panje (das bedeutet "großer Fisch") können Mädchen und Frauen aber nun in langen Badeanzügen das Schwimmen üben, ohne gegen Tabus zu verstoßen.

(c) World Press Photo

Royal Shrovetide Football

von Oliver Scarff für Agence France-Presse. Erster Preis in der Kategorie Sport, Einzelbilder.

Spieler der gegnerischen Mannschaften Up’ard und Down’ards kämpfen um den Ball beim historischen Shrovetide-Fußballspiel in Ashbourne, Großbritannien.
Das Spiel wird von hunderten Teilnehmern am Faschingsdienstag und am Aschermittwoch jeweils acht Stunden lang ausgetragen. Welcher Mannschaft man angehört hängt davon ab, auf welcher Seite des Henmore-Flusses man geboren wurde. Um ein Tor zu erzielen, muss der Ball dreimal den Mühlenstein in einer der drei Meilen voneinander entfernten Steinpyramiden berühren. Regeln gibt es so gut wie keine.

(c) World Press Photo

Kinder-Jockeys

von Alain Schroeder für Reporters. Erster Preis in der Kategorie Sport, Stories.

Kinder-Jockeys in Indonesien reiten ohne Sattel, barfuß und ohne ordentliche Schutzausrüstung auf kleinen Pferden. Früher waren die Rennen ein Zeitvertreib inzwischen sind sie Publikumsveranstaltung zur Unterhaltung niederländischer Amtsträger. Die zwischen fünf und zehn Jahre alten Jungen, die fünf- bis sechsmal täglich auf ihre Pferde aufsteigen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. Die Sieger erhalten Geldpreise. Die Teilnehmer verdinen zwischen 3,50 und 7 Euro pro Rennen. 

(c) World Press Photo

Massaker in Las Vegas

von David Becker für Getty Images. Erster Preis der Kategorie Spot News, Stories.

Polizei am 1. Oktober vor dem Konzertgelände des "Route 91 Harvest"-Country-Festivals. Der Amokschütze Stephen Paddock schoss an diesem Tag zehn Minuten lang aus einer Suite im 32. Stock des Hotels Mandalay Bay Resort in die Menge auf dem Festival. Er tötete 58 Menschen und verletzte mehr als 500. In seinem Hotelzimmer, in dem er sich nach der Tat selbst tötete, wurden 23 Schusswaffen gefunden.

(c) World Press Photo
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World Press Photo des Jahres: Die Venezuela-Krise

von Ronaldo Schemidt, Agence France-Presse

Am 3. Mai 2017 kam es in Caracas, Venezuela bei einer Demonstration gegen die von Präsident Nicolas Maduro angekündigte Reform der Staatsverfassung zu gewaltsamen Zusammenstößen. Der 28-jährige José Victor Salazar Balza geriet dabei in Brand, als der Tank eines Motorrads explodierte. Schemidts Bild wurde zum World Press Photo des Jahres gekürt.

(c) World Press Photo

"Ich fühlte die Explosion hinter mir und ich spürte die Hitze und in diesem Moment habe ich mich umgedreht und schon fotografiert, ohne zu sehen, was vor sich ging", sagte Schemidt über sein Foto. Salazar überlebte den Vorfall mit Verbrennungen ersten und zweiten Grades.

Vom 14. September bis zum 21. Oktober sind die World Press Photos nun in Wien zu sehen: im Westlicht in der Westbahnstraße.

(c) APA/AFP/PEDRO PARDO (PEDRO PARDO)

Die bedrohten Uferviertel von Lagos

von Jesco Denzel, laif. Erster Preis in der Kategorie Aktuelle Themen, Einzelbilder.

Der Staddteil Makoko in Lagos in Nigeria hat etwa 150.000 Einwohner. Doch Lagos wächst rasant und Bauland ist knapp. Nun gibt es Bestrebungen, Viertel wie Makoko abzureißen und stattdessen Apartmentkomplexe zu errichten. Die Bewohner könnten aus ihren Häusern vertrieben werden, ohne Anspruch auf Ersatz zu haben.

(c) World Press Photo

Feeding China

von George Steinmetz für "National Geographic". Zweiter Preis in der Kategorie Aktuelle Themen, Stories.

Arbeiter verarbeiten Fleisch in der Firma Jinluo Fleisch, Shandong, östliches China. China ist bereits jetzt der weltgrößte Produzent und Verbraucher von Schweinefleisch und der Markt wächst weiter rasant an. Steigende Einkommen haben in China zu einem Wandel der Essgewohnheiten und einer erhöhten Nachfrage nach Fleisch, Milchprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln geführt.

(c) World Press Photo

Weiße Wut

von Espen Rasmussen, Panos Pictures, VG. Dritter Preis in der Kategorie Aktuelle Themen.

Tommy Kinder, nach eigenen Angaben Patriot und stolz auf sein Land, posiert im September 2017 mit seinem Gewehr in seinem Haus in Fork Creek im US-Bundesstaat West Virginia. Fotograf Espen Rasmussen traf auf seiner Fahrt durch Virginia, West Virginia und Maryland auf mehrere solcher selbsternannten Patrioten und rechtsextremen Aktivisten. Kurz vor der Aufnahme fand bei der Kundgebung "Unite the Right" seit Jahrzehnten die erste Zusammenkunft von rechtsextremistischen Gruppen aus dem ganzen Lands statt. Organisiert unter anderem, um gegen die Demontage eines Denkmals des Konföderierten-Generals Robert E. Lee zu protestieren.

(c) World Press Photo

Warten auf die Freiheit

von Neil Aldridge. Zweiter Preis in der Kategorie Umwelt.

Ein junges Breitmaulnashorn, betäubt und mit verbundenen Augen, kurz vor seiner Freilassung. Zum Schutz vor Wilderern wurde es aus Südafrika ins Okavango Delta nach Botswana gebracht.

(c) World Press Photo

Amazonas, das bedrohte Paradies

von Daniel Beltrá. Dritter Preis in der Kategorie Umwelt, Story.

Ein Schwarm roter Ibisse fliegt über das überflutete Flachland im Bundesstaat Amapá in Brasilien. Unter dem Druck von Holzwirtschaft, Bergbau und Landwirtschaft ist die Abholzungsrate im Amazonas-Gebiet im Jahr 2016 nach einem Rückgang wieder deutlich angestiegen. Das könnte sich auf die Ererwärmung auswirken.

(c) World Press Photo

Nicht mein Urteil

von Richard Tsong-Taatarii für "Star Tribune". Zweiter Preis in der Kategorie Allgemeine Nachrichten, Einzelbilder.

Freunde des von einem US-Polizisten erschossenen Afroamerikaners Philando Castile umarmen einander nach einer Trauerfeier. Zwei Tage zuvor wurde der Polizist, der Castile erschossen hat, von allen Anklagepunkten freigesprochen.

(c) World Press Photo

Die Schlacht um Mossul

von Ivor Prickett für "The New York Times". Erster Preis in der Kategorie Allgemeine Nachrichten, Stories.

Soldaten der irakischen Spezialeinheiten versorgen einen Buben. Er wurde von einem mutmaßlichen IS-Anhänger aus dem letzten vom IS kontrollierten Gebiet der Altstadt von Mossul, Irak, herausgetragen. Da der Mann den Namen des Buben nicht kannte, gingen die Soldaten davon aus, dass er das Kind bei seinem Fluchtversuch als menschliches Schutzschild benutzte.

(c) World Press Photo

Rohingya flüchten vor ethnischer Verfolgung nach Bangladesch

von Kevin Frayer, Getty Images. Zweiter Preis in der Kategorie Allgemeine Nachrichten, Stories.

Nach Angriffen auf Dörfer von Rohingya-Muslimen in Myanmar, bei denen ihre Häuser niedergebrannt wurden, versuchten Hundertausende Rohingya zu Fuß oder mit Booten nach Bangladesch zu entkommen. Viele von ihnen kamen bei der Flucht ums Leben. Nach Unicef-Angaben waren über die Hälfte der Flüchtenden Kinder. In Bangladesch wurden die Geflüchteten in behelfsmäßigen Lagern untergebracht. In einem dieser Lager klettert der Bub auf dem Foto auf einen Lkw, der Hilfsgüter verteilt.

(c) World Press Photo

Ich Bin Waldviertel

von Carla Kogelman. Erster Preis in der Kategorie Langzeitprojekte.

Die Geschwister Hannah und Alena leben in Merkenbrechts im Waldviertel. Die Mädchen haben noch zwei ältere Brüder und verbringen die meiste Zeit gemeinsam. Sie führen ein scheinbar sorgloses Leben. Die Fotografin Carla Kogelman hat Hannah und Alena seit 2012 fotografiert. Sie besucht die Mädchen jedes Jahr und verfolgt, wie sie gemeinsam aufwachsen. Auf dem Foto ist Hannah mit dem Vogel Pipsi zu sehen, den sie in einem nahen Feld gefunden hat. Obwohl sie sich um den Vogel gekümmert hat, ist er noch im selben Sommer gestorben. Er hat eine schöne Beerdigung bekommen.

(c) World Press Photo

Mülltaucher

von Corey Arnold. Erster Preis in der Kategorie Natur, Einzelbilder

Ein Weißkopfseeadler frisst Fleischabfälle aus einem Müllcontainer im Hafen des Städtchens Unalaska in Alaska. Der früher vom Aussterben bedrohte Vogel ist wieder häufiger anzutreffen, weil Schutzmaßnahmen greifen.

(c) World Press Photo

Jump

von Thomas P. Peschak. Zweiter Preis in der Kategorie Natur, Einzelbilder.

Springende Felsenpinguine an der Küste der Marion-Insel, einem südafrikanischen Antaktisgebiet im Indischen Ozean. Die Pinguinart gilt als bedroht. Ihre Anzahl nimmt ab, vermutlich, weil das Nahrungsangebot knapper wird. Was sie von anderen Arten unterscheidet, ist, dass die Tiere sich an Land hüpfend und nicht watschelnd fortbewegen.

(c) World Press Photo

Die Krieger, die die Elefanten beschützen

von Ami Vitale für "National Geographic". Erster Preis in der Kategorie Natur, Stories.

Pfleger füttern Elefantenbabys im Reteti Elephant Sanctuary im Norden Kenias. Dort werden verlassene und verwaiste Elefantenkälber aufgepäppelt und wieder ausgewildert. Alle Männer, die hier arbeiten, sind Krieger der einheimischen Samburu. Früher wurden Elefanten von ihnen als Bedrohung gesehen. Aber nun beschützen die Sumburu die Elefanten. Auch weil diese niedrige Büsche fressen und kleine Bäume umwerfen, was für das Hirtenvolk nützlich ist.

(c) World Press Photo

Manal, Porträts aus dem Krieg

von Alessio Mamo für Redux Pictures für Ärzte ohne Grenzen. Zweiter Preis in der Kategorie Menschen, Einzelbilder.

Die elfjährige Manal ist ein Opfer einer Raketenexplosion in Kirkuk im Irak. Ihr Gesicht wurde von den Ärzten ohne Grenzen aufwendig rekostruiert. Um dieses nach den plastischen Operationen vor der Sonne zu schützen, muss sie täglich mehrere Stunden eine Maske tragen. 

(c) World Press Photo

Boko Haram zwang diese Mädchen, Sprengstoffgürtel zu tragen - sie überlebten

von Adam Ferguson für "The New York Times". Erster Preis in der Kategorie Menschen, Stories. 

Auf dem Foto ist die 14-jährige Aisha zu sehen. Sie wurde von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram dazu gewungen, einen Sprengstoffgürtel zu tragen und hätte sich in einer Menschenmenge in die Luft sprengen sollen. Aber ihr gelang die Flucht. Boko Haram hat seit 2014 mehr als 2000 Mädchen und Frauen entführt. Weibliche Selbstmordattentäter gelten als neue Kriegswaffe. Immer mehr Kinder, vor allem Mädchen, werden von den Terroristen als Attentäter eingesetzt.

(c) World Press Photo

Freiheit finden im Wasser

von Anna Boyiazis. Zweiter Preis in der Kategorie Menschen, Stories.

Schülerinnen wird vor Muyuni Beach, Sansibar, im Indischen Ozean das Schwimmen und Durchführen von Rettungsmaßnahmen beigebracht. Traditionell dürfen Mädchen auf der Inselgruppe nicht schwimmen lernen. Das liegt hauptsächlich an der konservativen islamischen Kultur und ihren strengen Kleidungsvorschriften für Frauen. Im Rahmen einen Projekts mit dem Namen Panje (das bedeutet "großer Fisch") können Mädchen und Frauen aber nun in langen Badeanzügen das Schwimmen üben, ohne gegen Tabus zu verstoßen.

(c) World Press Photo

Royal Shrovetide Football

von Oliver Scarff für Agence France-Presse. Erster Preis in der Kategorie Sport, Einzelbilder.

Spieler der gegnerischen Mannschaften Up’ard und Down’ards kämpfen um den Ball beim historischen Shrovetide-Fußballspiel in Ashbourne, Großbritannien.
Das Spiel wird von hunderten Teilnehmern am Faschingsdienstag und am Aschermittwoch jeweils acht Stunden lang ausgetragen. Welcher Mannschaft man angehört hängt davon ab, auf welcher Seite des Henmore-Flusses man geboren wurde. Um ein Tor zu erzielen, muss der Ball dreimal den Mühlenstein in einer der drei Meilen voneinander entfernten Steinpyramiden berühren. Regeln gibt es so gut wie keine.

(c) World Press Photo

Kinder-Jockeys

von Alain Schroeder für Reporters. Erster Preis in der Kategorie Sport, Stories.

Kinder-Jockeys in Indonesien reiten ohne Sattel, barfuß und ohne ordentliche Schutzausrüstung auf kleinen Pferden. Früher waren die Rennen ein Zeitvertreib inzwischen sind sie Publikumsveranstaltung zur Unterhaltung niederländischer Amtsträger. Die zwischen fünf und zehn Jahre alten Jungen, die fünf- bis sechsmal täglich auf ihre Pferde aufsteigen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. Die Sieger erhalten Geldpreise. Die Teilnehmer verdinen zwischen 3,50 und 7 Euro pro Rennen. 

(c) World Press Photo

Massaker in Las Vegas

von David Becker für Getty Images. Erster Preis der Kategorie Spot News, Stories.

Polizei am 1. Oktober vor dem Konzertgelände des "Route 91 Harvest"-Country-Festivals. Der Amokschütze Stephen Paddock schoss an diesem Tag zehn Minuten lang aus einer Suite im 32. Stock des Hotels Mandalay Bay Resort in die Menge auf dem Festival. Er tötete 58 Menschen und verletzte mehr als 500. In seinem Hotelzimmer, in dem er sich nach der Tat selbst tötete, wurden 23 Schusswaffen gefunden.

(c) World Press Photo
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