Journalist als angeblicher Mordermittler: Schuldspruch für Zeitung nach Vorwürfen

Ein Journalist soll sich als Mordermittler ausgegeben haben - das warf ihm ein oberösterreichisches Medium vor und veröffentlichte seine Identität. Dafür wurde das Medium nun rechtskräftig verurteilt.

Der Journalist soll sich als "leitender Ermittler" vorgestellt haben, ein deshalb eröffnetes Strafverfahren gegen ihn ist noch ohne Urteil.
Der Journalist soll sich als "leitender Ermittler" vorgestellt haben, ein deshalb eröffnetes Strafverfahren gegen ihn ist noch ohne Urteil.
Der Journalist soll sich als "leitender Ermittler" vorgestellt haben, ein deshalb eröffnetes Strafverfahren gegen ihn ist noch ohne Urteil. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Der Schuldspruch des Landesgerichtes Ried im Innkreis für ein oberösterreichisches Medium wegen seiner Vorwürfen gegen einen Journalisten einer österreichischen Tageszeitung ist rechtskräftig geworden. Das gab das Gericht am Montag bekannt. Das Medium hatte dem Redakteur in einem Artikel verbotene Amtsanmaßung vorgeworfen und dabei eindeutig identifizierbar über ihn berichtet.

Das Medienverfahren steht im Zusammenhang mit Meldungen über einen Mordfall vergangenen Februar im Innviertel. Der mutmaßliche Täter soll seine Mutter getötet haben. Daraufhin hat der nunmehr angeklagte Journalist den in Deutschland lebenden Bruder des Beschuldigten mehrmals angerufen und unter anderem nach Informationen gefragt, wie er das Opfer aufgefunden habe. Zudem wollte er Fotos von dem Brüderpaar haben. Der 31-Jährige gab im guten Glauben bereitwillig Auskunft und schickte auch Fotos. Denn der Anrufer habe sich am Telefon als "leitender Ermittler" vorgestellt.

Als er jedoch tags darauf einen Artikel samt seiner Fotos in der Zeitung entdeckte, in dem er als Interviewpartner zitiert wurde, erstattete er Anzeige. Der Journalist bestreitet die Vorwürfe. Ein im Bezirksgericht Linz deswegen eröffnetes Strafverfahren wegen Amtsanmaßung ist noch ohne Urteil.

Medium nannte Initialen und Arbeitgeber

Jedoch hat ihm bereits ein oberösterreichisches Medium in seiner Berichterstattung diese Amtsanmaßung vorgeworfen. Es nannte seine Initialen und auch die Zeitung, für die er arbeitet. Damit sei er eindeutig identifizierbar einer Straftat bezichtigt worden, befand das Landesgericht. Das belangte Medium wurde wegen eines Vergehens gegen das Mediengesetz zur Zahlung von 2.500 Euro an den Redakteur und der Kosten des Verfahrens verurteilt. Beide Seiten erbaten sich zunächst Bedenkzeit, danach verzichteten sie auf Rechtsmittel gegen das Urteil.

(APA)

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