Dominic Heinzl ist wieder da - lauwarm und etwas retro

TV-Notiz Der einstige Matador der österreichischen Society-Arena hat nun wieder einen eigenen Sendeplatz. Mit seinem neuen Format "Heinzl und die VIPs" schwelgt er auch in einer (für ihn) besseren Zeit.

Noch immer braun, noch immer gut trainiert und offenbar wehmütig: Dominic Heinzl
Noch immer braun, noch immer gut trainiert und offenbar wehmütig: Dominic Heinzl
Noch immer braun, noch immer gut trainiert und offenbar wehmütig: Dominic Heinzl – (c) ATV

Rund fünf Jahre war es ruhig um Dominic Heinzl gewesen. Hie und da tauchte er mit Sondersendungen auf, nun hat er wieder ein eigenes, fixes Fernsehformat auf ATV, jenem Sender, in dem er groß wurde. Einige alte Clips zeigte ATV in den Wochen noch zum Aufwärmen, nun soll es aber wieder regelmäßig "heiße News" über Österreichs Very Important Persons geben. Nicht einmal mehr lauwarm war allerdings der Bericht über das Kanzlerfest, mit dem die Sendung am Sonntag startete - fand es doch schon im Juni statt. Noch nicht lange genug her, um doch "Nehmerqualitäten, Stehvermögen, Durchsetzungsvermögen und Handschlagqualität" von Sebastian Kurz zu loben.

Eigentlich hatte Heinzl für die erste Sendung ein Interview mit Niki Lauda geplant, dessen "Spitalsdrama" kam aber dazwischen. Das war Anfang August. Nun erfahren wir, dass Laudas Frau Birgit per SMS wissen ließ, dass ihr Mann auf dem Weg der Besserung sei. Und sehen alte Aufnahmen, nein "Schätze" aus Heinzls Society-Archiv. Namentlich Roland Düringer und Nina Proll kurz nach der Fertigstellung von "Hinterholz 8". Nina Proll ("schaut aus wie damals", "Naturschönheit") darf dann die Brücke zum Hier und Jetzt sein, nämlich dem "Leading Ladies Award" der Fellner-Zeitschrift "Madonna". Schöne Frauen, tolle Roben und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die erzählt, dass sie ihr glitzerndes Kleid ohne Stylisten im Ausverkauf erstanden hat.

Hat Heinzl seinen Stil nach einigen Jahren Pause verändert? Nicht wirklich. Er sprach mit denselben Menschen, etwa Richard Lugner und Bernhard Paul, über dieselben Dinge. Und das Machohafte (oder, wie Heinzl es vielleicht sagen würde, Humorige) saß wie mit Drei Wetter Taft fixiert: Während Mikl-Leitner drüber reflektierte, was man braucht, um erfolgreich zu sein, waren schöne, nackte Damenbeine im Bild.

Abgeklärt ist Heinzl - er begann vor drei Jahrzehnten - aber jedenfalls: "Alle wollen sie eines Tages berühmt werden, aber der Weg nach oben ist halt mit Schweiß und Tränen gepflastert".

Wer darauf wartete, auch dieser Spruch kam in der Sendung: "Früher war alles besser", meint Heinzl recht boshaft bei seinem Beitrag im Kabarett Simpl, "als noch echte Stars über die Bühne stapften". Früher war alles besser? Ob man hoffen darf, dass hierin wenigstens ein Quentchen Selbstironie liegt?

Zur Sendung: "Heinzl und die VIPs", jeden Sonntag Abend bis 16. Dezember.

Die Sendung zum Nachschauen >>>

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