"Dancing Stars" kehren 2019 zurück

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz stellte Änderungen im Programm vor und verspricht noch für heuer einen "ORF Player", für den es aber eine Gesetzesänderung braucht.

ORF - PUBLIKUMSRAT: SITZUNGSAAL NEU
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Hier tagt der Publikumsrat – (c) APA (HANS PUNZ)

Die "Dancing Stars" kehren 2019 zurück. Dies kündigte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Mittwoch im ORF-Publikumsrat an. Er skizzierte vor dem Gremium überdies die geplante Struktur des "ORF Players". Schwerpunktthema der Septembersitzung waren die Wünsche von Menschen mit Behinderung an den ORF.

In seinem Bericht fasste der ORF-Chef wesentliche Ergebnisse der jüngsten groß angelegten Publikumsbefragung und daraus resultierende Maßnahmen zusammen. Die Rückkehr der "Dancing Stars" sei oft gewünscht worden. 2019 soll es deshalb wieder so weit sein. Eine kleine, aber ebenfalls häufig geforderte Änderung: An Sonntagabenden, die keinen neuen "Tatort" zu bieten haben, gibt es künftig keine Krimi-Wiederholungen mehr, sondern romantische TV-Premieren a la Pilcher oder Lindström.

Dass viele ORF-Teilnehmer weniger Sport auf ORF eins wollen, ist für Wrabetz ein weiteres Argument dafür, dass der Gesetzgeber Premium-Bewerbe auf ORF Sport + zulassen sollte. Außerdem bekräftigte er seine Forderung nach Ausweitung der sogenannten TV-Schutzliste, um zumindest einige Bundesliga-Spiele verpflichtend im Free-TV zu haben.

Wrabetz berichtete auch über aktuelle Koproduktionsprojekte, die Wertschöpfung nach Österreich brächten. "Maria Theresia" wird fortgesetzt, und zwar gemeinsam mit dem tschechischen, slowakischen und ungarischen Fernsehen. Im Oktober starten die Dreharbeiten für den Krimi-Dreiteiler "Liebermann", eine Kooperation mit dem ZDF und der britischen Red Arrow. Und im November fällt die erste Klappe für "Freud", die erste Kooperation mit Netflix.

Ab 2018 soll der "ORF Player" umgesetzt werden. Wrabetz zeigte die geplanten Module: Streaming für alle ORF-Sender auf einer Plattform, eigens produzierte Inhalte für Online - wofür das Gesetz geändert werden müsste -, eine erweiterte TVthek mit längerer Behaltefrist für die Sendungen, kuratierte Archive (Wrabetz: "etwa ein Kinderportal"), und auch die bestehenden kostenpflichtigen Plattformen (Flimmit, Fidelio) könnten eingebunden werden. Das Gesamtkonzept erfordere einen "Paradigmenwechsel für die ORF-Gesetzgebung", sagte der General. Er sehe aber "durchaus positive Signale, dass es eine Bereitschaft gibt, auch beim ORF-Gesetz mit der Zeit zu gehen".

Noch keine Details für die ZiB 2

Gefragt nach aktuellen Plänen für die "Zeit im Bild 2" nannte Wrabetz noch keine Details. Dass es künftig am Wochenende eine geben soll, wird als fix kolportiert, ebenso der Wechsel von Martin Thür (früher ATV, nun "Addendum") als Anchorman auf den Küniglberg. "Es gibt heute eine erste Besprechung der Schema-Vorschläge der Channelmanager und Chefredakteure, da wird das ein Thema sein", erklärte der Generaldirektor. "Mehr ist im Moment nicht zu sagen."

Der Publikumsrat verabschiedete am Mittwoch eine Empfehlung, das ORF-Kinderprogramm "weiterzuentwickeln", konkret etwa um "Kindernachrichten" und "Erklärformate", ein Archiv in der TVthek und mit mehr Programm für Jugendliche ab 12. Im Programmausschuss am Montag hatte man sich auch bei Channelmanagerin Lisa Totzauer über die Arbeit am Relaunch von ORF eins informiert. Das neue Leitbild des Senders wird demnach "Kritisch, mutig und mobil" lauten. Totzauer lud zudem zu einem Programm-Workshop mit Publikumsrat-Beteiligung ein.

Zum Thema "Digitalisierung" ließ der Publikumsrat eine Studie erstellen. Demnach wünschen sich die ORF-Teilnehmer mehr Berichterstattung über neue Technologien, und finden es auch wichtig, dass der ORF selbst diese zur Anwendung bringt.

Behindertenorganisationen waren geladen

Bei viel Lob für die Angebote des ORF - etwa Untertitelung, Audiokommentare und Gebärdendolmetsch - artikulierten die geladenen Vertreter von Behindertenorganisationen zahlreiche Anliegen an den Öffentlich-rechtlichen. Herbert Pichler, Präsident des Österreichischen Behindertenrats, beklagte generell mangelnde Sichtbarkeit von Menschen mit Beeinträchtigungen im Programm. Wiederholt zur Debatte gestellt wurde auch der Umstand, dass die volle Gebührenhöhe zu entrichten sei, obwohl man das Programm nicht im vollen Umfang nutzen könnte.

Wrabetz verwies auf das Prinzip des solidarisch finanzierten Rundfunks. Der ORF habe sein barrierefreies Angebot sukzessive ausgebaut, obwohl die dafür teils zweckgebundene Refundierung der Gebührenbefreiung nach vier Jahren abgeschafft wurde. Man werde auch neue Technologien nutzen, um sich in dieser Hinsicht "zukunftssicher aufzustellen", versprach er und verwies überdies auf den bevorstehenden Relaunch der TVThek.

(APA)

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