Journalistenverband AEJ kritisiert ungarische Medien-Holding

Der Meinungsvielfalt in Ungarn drohe durch Bündelung regierungstreuer Medien das Aus, befürchtet die Association of European Journalists.

Die ungarischen Behörden sollten die Schaffung der Holding, in der die regierungstreuen (und damit rechtsgerichteten), privaten Medien des Landes gebündelt werden sollen, stoppen, hat am Dienstag die Association of European Journalists (AEJ) im Einklang mit anderen internationalen, ausländischen und ungarischen Journalistenverbänden gefordert.

Das Projekt drohe der Medienvielfalt in Ungarn den Garaus zu machen, warnte die AEJ in einer Aussendung. "Wir erinnern die ungarische Regierung außerdem daran, dass für alle EU-Mitgliedstaaten die positive Verpflichtung besteht, Medienvielfalt sicherzustellen, sowie auch ein Umfeld, in dem die Bürger sich an der öffentlichen Debatte beteiligen und ihre Gedanken und Meinungen ohne Furcht äußern können." Die EU-Kommission rief die AEJ auf, Versuche der rechtskonservativen Regierung von Premier Viktor Orban, die Pressefreiheit zu bedrohen, als ernsten und systematischen Machtmissbrauch zu behandeln.

Orban hat die Medienlandschaft seit seinem Amtsantritt 2010 gewaltig zu seinen Gunsten verändert. Die Organisation Reporter ohne Grenzen stuft das Land bei der Pressefreiheit weltweit inzwischen auf Platz 71 von 180 ein. Als Orbans Fidesz-Partei an die Macht kam lag Ungarn noch auf Platz 23. Nun sollen Medienunternehmen egal ob sie Radio und Fernsehen machen, Online-Dienste anbieten oder Druckwerke herausgeben, unter dem Dach der Mitteleuropäischen Presse- und Medienstiftung zusammengeführt werden.

(APA)

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