"Mein Vater hat's für mich gerichtet": Familienbande bei Grissemanns

TV-Notiz Bei "Willkommen Österreich" kam ORF-Legende Ernst Grissemann zum Sohn. Touchiert wurden Vitamin B, Vera Russwurm und "links-linkes Gesindel".

Ernst Grissemann, ein Mann mit Erfahrung. Er war schon in der französischen Besatzungszone im Radio zu hören.
Ernst Grissemann, ein Mann mit Erfahrung. Er war schon in der französischen Besatzungszone im Radio zu hören.
Ernst Grissemann, ein Mann mit Erfahrung. Er war schon in der französischen Besatzungszone im Radio zu hören. – Screenshot/TV-Thek

Wie wählt das Moderatorenduo Christoph Grissemann Dirk Stermann seine Gäste aus? Für alle, die die Einladungspolitik bei "Willkommen Österreich" bisher nicht verstanden, fasste Grissemann am Dienstag noch einmal zusammen: "Nur Freunde kommen. Wir laden nur unser links-linkes Gesindel hier ein." Eine leichtfüßige Provokation, die den ersten Gast des Abends einleitete: Seinen Vater, "The Voice" Ernst Grissemann - eine ORF-Legende.

Was erfuhr man da? Dass der Senior seinen Beinamen nicht mag und von sich sagt, er habe "keine außergewöhnliche Stimme". Wobei der Sohn diese Koketterie freundlich zurückwies: Sein Vater habe den Kindern abends keine Geschichten vorgelesen, sondern eine Platte aufgelegt, auf der er Märchen vorlas. Man erfuhr auch, dass er als Wecker-Moderator nicht um 2.30 aufstand, sondern durchmachte. Dass er dem Neujahrspublikum einst auf Spanisch einen "guten neuen Arsch" wünschte.

Oder dass er als Radiodirektor Chef der beiden "Jungen" war, als diese ihre Karriere bei Ö3 starteten. "Haben wir es nur wegen Dir geschafft?", fragte Stermann, und das klang recht ernsthaft. Nein, sagt "The Voice". Der Junior widersprach ein wenig: Natürlich hätten sie dadurch Vorteile gehabt. Grissemännisch übersteigert: "Ja, liebe Hassposter: Mein Vater hat's für mich gerichtet. Man kann es nicht anders sagen." Anfügen könnte man für dieselben dennoch: Das Moderatorenduo, das stets kräftig austeilte (auch gegen den ORF), hat inzwischen sechs ORF-Generäle überlebt.

Man sah nettes Geplänkel zwischen einem Vater und einem Sohn, die sich offensichtlich nicht fremd sind. Was leider nicht zur Sprache kam: Wie der Ältere zum Humor des Jüngeren steht. Welche Witze, Fragen oder Gäste er, wäre er weiter Chef gewesen, nicht goutiert hätte. Oder wie sich deftige Späße, Satire und Zeitgeist zueinander verhalten. Ein wenig Tiefe hätte durchaus nicht geschadet.

Wer übrigens nicht zu den Freunden von Grissemann und Stermann gehört, ist Vera Russwurm. Ihr charakteristisches Muttermal gab den beiden schon vor langer Zeit Anlass für Zeckenwitze. Russwurms aktuelles politisches Engagement ließen sie nicht unkommentiert. "Die Zeckenimpfikone Vera Russwurm wird Gesundheitskoordinatorin der Regierung. Sie ist ORF-Moderatorin und jetzt Teil der Regierung, ist das vereinbar? Jawohl, 'Das kommt in den besten Familien vor'", witzelte Grissemann in Anspielung auf Russwurms gleichnamige Sendung. Nächste Woche ist übrigens Armin Wolf zu Gast beim Moderatorenduo. Man darf gespannt sein, wie tief dieses Gespräch geht.

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