Der Papst auf Instagram: Hashtags in sechs Sprachen

Mediagram Papst Franziskus hat sechs Millionen Follower auf Instagram. Dort geht es zwar wenig abwechslungsreich zu, aber immerhin spricht der @Ponticus so, dass ihn möglichst viele Gläubige verstehen. Teil elf der digitalen Stilkritik.

Papst Franziskus auf einem Post vom 6. Juni 2017. Der deutsche Text dazu lautete: "Den Namen Gottes ehrt, wer Leben rettet und nicht nimmt; wer Versöhnung und Frieden bringt, nicht Teilung und Tod;, wer Mitleid kennt und barmherzig ist, nicht gleichgültig und brutal!"
Papst Franziskus auf einem Post vom 6. Juni 2017. Der deutsche Text dazu lautete: "Den Namen Gottes ehrt, wer Leben rettet und nicht nimmt; wer Versöhnung und Frieden bringt, nicht Teilung und Tod;, wer Mitleid kennt und barmherzig ist, nicht gleichgültig und brutal!"
Papst Franziskus auf einem Post vom 6. Juni 2017. Der deutsche Text dazu lautete: "Den Namen Gottes ehrt, wer Leben rettet und nicht nimmt; wer Versöhnung und Frieden bringt, nicht Teilung und Tod;, wer Mitleid kennt und barmherzig ist, nicht gleichgültig und brutal!" – Screenshot

Sechs Millionen Menschen wollen regelmäßig Fotos und Nachrichten von Papst Franziskus bekommen. Zumindest hat das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche genau so viele Fans auf Instagram (als @Pontifex auf Twitter hat er bereits 18 Millionen); umgekehrt folgt @Ponticus niemandem. Was zwar etwas aussagen mag über die Bereitschaft, sich mit anderen auszutauschen. Andererseits tut der Papst dies ohnehin ständig im analogen Leben, bei seinen Audienzen, Gottesdiensten und Reisen. Aber sein digitaler Auftritt ist dann doch wieder eher wie von der Kanzel herab und ziemlich einseitig.

Und dennoch ist der Insta-Auftritt des Papstes beachtenswert: Erstens wird hier viel Wert auf Mehrsprachigkeit gelegt, alle Posts sind in meist vier bis sechs Sprachen (Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Deutsch) verfasst, und zwar bis zu den Hashtags, was bisweilen lustig wirkt, wenn dann #Peace #Paz #Pace #Paix #Friede nebeneinanderstehen. Das Team des Papstes wagt hier keine Extravaganzen, so gut wie jedes Post (aso 9,5 von 10) zeigt ihn selbst, im stillen Gebet, bei der Predigt, auf Reisen, unter jungen Gläubigen, im Papamobil, bei der Begegnung mit Alten, Kranken, Babys oder Stars wie Bono Vox von der Band U2.


Manche Fotos sind beinahe ikonografisch und eigentlich zu schön für die Ansicht per App am kleinen Smartphone-Bildschirm. Man merkt, dass sie fast alle ein professioneller Fotograf gemacht hat. So wenig vielfältig die Bilder sind, bemüht sich das Team zumindest um Abwechslung bei den Texten, das reicht von Bibelzitaten bis zu Ausschnitten aus Franziskus' Predigten. Nur manche Schnappschüsse brauchen keine Worte, so stand beim Aufeinandertreffen von Papst Franziskus und Papst Benedikt XVI. im Dezember 2018 einfach nichts dabei.

Posts wie dieses werden aber bis zu 350.000 Mal gelikt, von 5000 Menschen kommentiert, mit vielen Herzchen und Blumen in den Kommentaren. Und das nicht nur in katholischen Hoch-Zeiten wie der Karwoche.

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EN: Only by giving our life do we conquer evil. This is what Don Pino Puglisi teaches: he lived to spread goodness. PT: Somente dando a vida se derrota o mal. Padre Pino Puglisi ensinava isso: vivia para semear o bem. ES: Solo dando la vida se derrota el mal. Don Pino Puglisi nos lo enseñó: vivió para sembrar el bien. IT: Solo dando la vita si sconfigge il male. Don Pino Puglisi lo insegna: viveva per seminare il bene. FR: C'est seulement en donnant la vie que l'on défait le mal. Don Pino Puglisi l'enseigne: il vivait pour semer le bien. DE: Nur wenn man sein Leben gibt, kann man das Böse besiegen. Don Pino Puglisi hat das gelehrt: leben, um das Gute zu säen. PL: Tylko dając życie można zwyciężyć zło. Ks. Pino Puglisi uczył tego: żył siejąc dobro. #donpinopuglisi , #pastoralvisit , #Sicily

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Zur Person:

Papst Franziskus (bürgerlich: Jorge Mario Bergoglio; *17. Dezember 1936 in Buenos Aires, Argentinien) ist seit 13. März 2013 das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Als Argentinier ist er der erste gebürtige Nichteuropäer im Papstamt seit über 1200 Jahren und der erste Papst, der dem Orden der Jesuiten angehört.

Er war seit 1969 als Priester tätig, wurde 1998 Erzbischof von Buenos Aires und 2001 Kardinal.

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