"Mad"-Magazin steht vor dem Aus

Die letzte Ausgabe des kultigen Satiremagazins werde im September erscheinen, teilte der Verlag DC Comics mit.

Alfred E. Neumann
Alfred E. Neumann
Alfred E. Neumann – (c) imago/ZUMA Press (imago stock&people)

Mit seinen Segelohren und dem frechen Grinsen schien Alfred E. Neumann unsterblich zu sein - doch das Magazin, dem er in fast jeder Ausgabe als Titelmodell diente, kam zuletzt in die Jahre: Nach fast 70 Jahren steht "Mad" vor dem Aus. Die letzte Ausgabe des kultigen Satiremagazins werde im September erscheinen, teilte der Verlag DC Comics am Donnerstag in den USA mit.

In künftigen Heften sollen demnach nur noch die besten Beiträge der vergangenen 67 Jahre veröffentlicht werden. Neue Inhalte soll es nur noch in den Sonderbeilagen zum Jahresende geben. "Mad" erschien erstmals 1952. Mit seinen satirischen Geschichten, seinen politischen Parodien, ungewöhnlichen Comics und teilweise leicht debilem Humor wurde das Magazin rasch zum Kult - auch in Österreich. Bekannte Autoren und Satiriker bedauerten das Aus für "Mad".

„Danke für das Lachen"

"Goodbye, Mad Magazine", erklärte "Simpson's"-Schreiber Josh Weinstein. "Danke für die Inspiration für Generationen und Generationen von Comedy und vor allem, Danke für das Lachen". Für viele Kinder sei das Magazin an einem bestimmten Punkt ihres Lebens "das Größte überhaupt" gewesen.

Das Aus für das Magazin mache ihn traurig, schrieb der ehemalige Gastredakteur und Parodist Weird Al Yankovich. "Ich kann gar nicht beschreiben, welche Wirkung es auf mich als Kind hatte - es ist mehr oder weniger der Grund dafür, warum ich so komisch (weird) wurde".

Zu seinen besten Zeiten Anfang der 70er Jahre hatte "Mad" zwei Millionen Abonnenten. Nach Angaben des Kommunikationswissenschafters Michael J. Socolow sank die Auflage bis 2017 auf 140.000. Dass das Magazin kaum noch jüngere Generationen anzieht, zeigte sich zuletzt auch, als US-Präsident Donald Trump den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg mit Alfred E. Neumann verglich - und dieser nichts damit anzufangen wusste. "Ehrlich gesagt, musste ich erstmal bei Google nachsehen", sagte der 37-jährige Bürgermeister aus dem Mittleren Westen.

(APA/AFP)

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