Podcasts mit prominenten Stimmen: Serien zum Hören

Vor fünf Jahren begann die zweite große Podcast-Welle, die bis heute anält. Ausgelöst durch den Erfolg der True-Crime-Reihe „Serial“. Ein neuer Trend in dem längst unübersichtlich gewordenen Markt ist die Hör-Serie mit prominenten Stimmen. Wir stellen die wichtigsten vor.

Melanie Raabe, 37, schreibt Romane („Die Falle“, 2015). Von ihr ist der erste deutsche Podcast-Thriller „Der Abgrund“.
Melanie Raabe, 37, schreibt Romane („Die Falle“, 2015). Von ihr ist der erste deutsche Podcast-Thriller „Der Abgrund“.
Melanie Raabe, 37, schreibt Romane („Die Falle“, 2015). Von ihr ist der erste deutsche Podcast-Thriller „Der Abgrund“. – Getty Images

Der richtige Erfolg kam erst beim zweiten Anlauf. Podcasts gibt es seit 15 Jahren, doch erst ab 2014 erkannten Radiostationen und Zeitungen, Comedians und Unternehmen das Potenzial dieser online abonnierbaren Audiodateien. Das lag an der Verbreitung des Smartphones, die das Abspielen erleichterten, und an der ersten aufwendig gemachten Produktion „Serial“, die Podcasts richtig bekannt machte. Ein Team der Radiosendung „This American Life“ nahm die Hörer auf ihren Recherchen des ungeklärten Mordes an einer Schülerin in Baltimore im Jahr 1999 mit. 450 Millionen Mal wurden die drei Staffeln von „Serial“ abgerufen, der Fall neu aufgerollt.

Fünf Jahre später ist der Markt unübersichtlich geworden – und bringt doch Spannendes hervor. Nach den vielen einfach gemachten Podcasts etabliert sich nun auch im deutschsprachigen Raum ein neues Genre: Aufwendige Erzähl-Podcasts. Das können wahre Geschichten sein, die lebendig nacherzählt werden, oder fiktive Geschichten, kurz Audio-Dramas. Für manche Erwachsene ist es wie die Rückkehr in die Kindheit, zu den Kassetten von Benjamin Blümchen oder den „Drei Fragezeichen“. Denn Erzähl-Podcasts sind nicht vergleichbar mit Hörbüchern, die meist nur von einer Stimme eingesprochen werden, sondern eher mit Hörspielen. Jeder Protagonist hat eine Stimme, man hört hier das Meer rauschen, die Kieselsteine knirschen, das Telefon läuten. In den USA setzt sich noch ein neuer Trend durch: Prominente Schauspielstars sprechen Hör-Serien ein, von Ethan Hawke und Kristen Wiig bis David Schwimmer, bekannt als Ross aus „Friends“.

Von Spotify gekauft. Pionier im Erzähl-Podcasting-Fach ist das Unternehmen Gimlet Media, das im Februar vom Streaminganbieter Spotify gekauft wurde. Deren erste Hörserie „Homecoming“ wurde 2018 von Netflix mit Nicole Kidman als Serie adaptiert. Auch das True-Crime-Genre mit Produktionen wie „Making a Murderer“ hat sich vom Erfolg der Hör-Reportage „Serial“ inspirieren lassen und HBO will den Justizfall jetzt auch noch in einer Doku erzählen.

Podcasts schaffen Intimität und haben einen entscheidenden Vorteil zu bewegten Bildern: Man kann sie nebenbei hören, beim Auto- oder Radfahren, beim Gemüse schnipseln, Socken zusammenlegen oder Blumen gießen. Die „New York Times“ fragte kürzlich genervt: „Have We Hit Peak Podcast Peak?“ Vielleicht ist bald der Höhepunkt erreicht, aber viele Podcasts verschwinden auch bald wieder, sie „podfaden“. Was bleibt, wie bei Serien und Büchern, sind die gut gemachten, spannenden Produktionen. Wir stellen die neuesten vor:

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2019)

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