8chan: Wo Attentäter ihre rechtsradikalen Fantasien verbreiten

Der Schütze von El Paso ist zumindest der dritte Attentäter, der auf der Webseite 8chan seine Tat ankündigte und seine Ideologie bewarb. Die Plattform führt förmlich vor, wie Hass im Netz in Offline-Gewalt gipfelt. Mittlerweile fordert auch ihr Gründer ihre Abschaltung.

"Welcome to 8chan, the Darkest Reaches of the Internet".
"Welcome to 8chan, the Darkest Reaches of the Internet".
"Welcome to 8chan, the Darkest Reaches of the Internet". – Screenshot

Ungefähr zwanzig Minuten, bevor am Samstag ein 21-jähriger Texaner in einem Einkaufszentrum in der US-Grenzstadt El Paso das Feuer eröffnete und 20 Menschen tötete, erschien auf der Webseite 8chan ein Eintrag unter dem Titel „It's Time“, gepostet von einem anonymen Nutzer. Er werde heute vermutlich sterben, schrieb er. Seine Leser forderte er auf, den „guten Kampf“ weiterzuführen und ein vier Seiten langes Dokument zu verbreiten: Darin wettert er gegen eine „hispanische Invasion“ und gegen „race mixing“, erörtert geeignete Waffen und kündigt eine Tat an, die ein „Akt der Bewahrung“ sein soll. Dem Christchurch-Attentäter, der ebenfalls ein „Manifest“ veröffentlicht hat, bevor er 51 Menschen tötete, spricht er seine Unterstützung aus. Die Polizei geht davon aus, dass es sich beim Urheber des Dokuments um den tatverdächtigen Schützen handelt.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2019)

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