Peter Klien wird zum Late-Night-Talkmaster: "Gute Nacht Österreich"

Nächste Woche startet das Late-Night-Format des "Reporter ohne Grenzen“. Mit Stand-up-Comedy, einer Presserundschau, "Insta-Politics“ und Erklärstücken - gemeinsam mit Dossier.at.

"Es ist natürlich ein Unterschied, ob man im Studio sitzt und die Welt erklärt oder draußen Politikern hinterherrennt", sagte Peter Klien bei seiner PRessekonferenz.
"Es ist natürlich ein Unterschied, ob man im Studio sitzt und die Welt erklärt oder draußen Politikern hinterherrennt", sagte Peter Klien bei seiner PRessekonferenz.
"Es ist natürlich ein Unterschied, ob man im Studio sitzt und die Welt erklärt oder draußen Politikern hinterherrennt", sagte Peter Klien bei seiner PRessekonferenz. – ORF

„Seit ich das erste Mal die Harald Schmidt Show gesehen habe, hab ich gedacht: Das muss das Schönste sein, was man im Leben machen kann.“ Das sagte Peter Klien vor einem halben Jahr in einem Interview mit dem „Standard“, nun wird es ernst mit dem Genre: Klien, bisher bekannt als "Reporter ohne Grenzen“, wechselt hinter den Schreibtisch. Am 12. September startet sein Late-Night-Format "Gute Nacht Österreich" auf ORF 1.

Aufklärerischer Anspruch

Es soll eine  ist eine halbstündige Mischung aus Stand-up-Comedy, verschiedenen Rubriken wie Presserundschau, Bild der Woche oder "Insta-Politics" sowie einem längeren Erklärstück zu erwarten. Letzteres wird in Zusammenarbeit mit der Rechercheplattform Dossier.at erstellt und ist das "inhaltliche Herzstück", so Klien. "Wir werden uns dabei mit einem bestimmten Thema genauer auseinandersetzen." Fakten und Zusammenhänge sollen auf unterhaltsame, satirische Weise vermittelt werden. Es gibt also einen aufklärerischen bzw. investigativen Anspruch, wie auch bei vielen amerikanischen Late-Night-Shows. In der ersten Episode widmet man sich Parteifinanzen.

Gäste im Stile einer klassischen Talkshow sind nicht geplant, allerdings sollen verschiedene Kabarettisten als "Experten" auftreten. "Das wollen wir schrittweise einführen, bis Weihnachten werden sie das ein oder andere Gesicht zu sehen bekommen", hielt sich Klien diesbezüglich noch bedeckt. Keine Zeit mehr werde er für seine Rolle als Außenreporter bei "Willkommen Österreich" finden. Wobei: Ganz verzichten müsse man auf seine Paraderolle wohl auch künftig nicht. Klien versprach bei seiner Pressekonferenz Auftritte im Rahmen von "Gute Nacht Österreich".

Stilistische angelehnt an Stephen Colbert oder John Oliver

Stilistisch ist "Gute Nacht Österreich" unverkennbar an erfolgreiche US-Formate wie "Last Week Tonight" oder "The Late Show with Stephen Colbert" angelehnt. "Es ist sicher eine Mischung aus verschiedenen Elementen", nickte Klien im Gespräch mit Journalisten. Ob er sich Aktionismus im Stile eines Jan Böhmermann vorstellen könne? "Es kann alles passieren", grinste der Moderator. "Es kann auch schon Planungen geben. Aber ich fürchte, ich bin da nicht so gut informiert." Die Grenzen für Satire seien in den vergangenen Jahren verschwommen.

(c) ORF (Roman Zach-Kiesling)

Klien ist nicht nur als Präsentator, sondern auch als Headautor für die neue Show verantwortlich. Etwa zehn weitere Autoren liefern Fäden, er muss sie zusammenführen.

"Der Robin Hood der Gebührenzahler"

Die Erwartungen sind jedenfalls nicht gerade klein. Auch für Klien selbst ist es ein großer Schritt. "Es ist natürlich ein Unterschied, ob man im Studio sitzt und die Welt erklärt oder draußen Politikern hinterherrennt", betonte er. Trotzdem wolle er weiterhin "der Robin Hood der Gebührenzahler" sein. "Und im wunderschönen Studio zu stehen und schimpfen zu dürfen, ist auch erfrischend."

 

(APA/red.)

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