Gehaltsposse um ORF-Aushängeschild Armin Wolf

Der ZiB2-Moderator ist vor Kurzem in die höchste Gehaltsstufe im ORF gestiegen. 18 Stufen gibt es, wer in die höchste fällt, erhält rund 140.000 Euro brutto pro Jahr. Wolf will die Gerüchte „nicht kommentieren“.

(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Es dauert nie besonders lang, bis im ORF ein Gerücht die Runde macht – und es geht meist noch viel schneller, bis es aus den denkmalgeschützten Wänden des ORF-Zentrums dringt. Jüngstes Gerücht: ZiB2-Moderator Armin Wolf ist in die höchste Gehaltsstufe des ORF-Kollektivvertrags aufgestiegen: 18 Stufen gibt es, wer in die höchste fällt, erhält rund 140.000 Euro brutto pro Jahr. Sehr viele Personen betrifft das nicht im Haus – neben Chefredakteur Fritz Dittlbacher sollen etwa Robert Stoppacher, Leiter der Diskussionssendungen („Im Zentrum“, „Pressestunde“ etc.) und „Bürgeranwalt“ Peter Resetarits in diese Gehaltsklasse gehören. Noch mehr verdienen nur mehr einzelne Showstars wie Armin Assinger, die Direktoren und der Generaldirektor.

Armin Wolf will die Gerüchte rund um sein Gehalt „nicht kommentieren“, er dementiert sie aber auch nicht. Sein Aufstieg von Gehaltsstufe 17 auf 18 sorgt vor allem deshalb für Diskussionen, weil ihm unterstellt wird, er habe sich dadurch als bisher stets kritischer ORF-Mitarbeiter im spannenden Wahljahr „ruhig stellen lassen“. Dabei gibt es auch einen formalen Grund für die Gehaltserhöhung: Wolf ist seit Herbst stellvertretender Chefredakteur und kümmert sich um Neue Medien im Haus, konzeptioniert gerade eine neue Webseite.

Ob er weiterhin Kritik am eigenen Arbeitgeber üben wird, wird sich zeigen. Im November war er jedenfalls einer der Initiatoren des offenen Briefs an die Stiftungsräte, der Wrabetz im ohnehin turbulenten Herbst nicht besonders gefreut hat. Interviews zur aktuellen Lage im ORF hat Wolf zuletzt aber abgelehnt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2011)

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