"Augustin"-Fälschung: Herausgeber fürchtet Nachahmer

Im Bezirk Baden soll gefälschte Ausgaben der Straßenzeitung verkauft worden sein. Der Herausgeberverein befürchtet "schwerwiegende Auswirkungen" auf das Projekt.

AugustinFaelschung Herausgeber fuerchtet Nachahmer
AugustinFaelschung Herausgeber fuerchtet Nachahmer
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Am Dienstag wurde bekannt, dass in Ebreichsdorf (Bezirk Baden) vermutlich gefälschte Ausgaben des "Augustin" verkauft wurden. Nun hat der Herausgeberverein der Wiener Straßenzeitung zu dem Fall Stellung genommen. Man befürchte "schwerwiegende Auswirkungen auf unser Sozial- und Medienprojekt", falls die Fälschung Schule macht, hieß es. Mit Rechtsanwälten werde besprochen, ob man juristische Schritte einleiten sollte.

Der Verein appelliert auch an die Kolporteure, die die Zeitung im Wiener Büro um 1,25 Euro das Stück erwerben müssen: Solche - wenn auch verlockend erscheinende - Parallelentwicklungen solle man nicht zu unterstützen, da diese das Sozialprojekt auf lange Sicht bedrohen würden, so der Verein.

In gewisser Hinsicht sehen die Herausgeber das Fälschen des Blattes aber auch als Erfolg: "Nur eine soziale Marke, die ein hohes Image besitzt, verlockt zu Übertretungen des Urheberrechts", wurde erläutert. Dass wie kolportiert zahlreiche Menschen von den Einnahmen aus dem Verkauf der nachgemachten Zeitung lebten, zeige "die 'Brauchbarkeit' des Augustin in einem Maß, wie es zur Zeit der Gründung vor 16 Jahren nicht einmal in Form utopischer Fantasien antizipiert hätte werden können".

Passant machte auf Fall aufmerksam

Hinter den Fälschungen sollen fünf Slowaken stecken, die den "Augustin" in ihrer Heimat gefälscht und in Österreich mit falschen Ausweisen verkauft haben. Der Fall sei der Exekutive seit Mitte August bekannt, die Erhebungen würden noch laufen, so die Sicherheitsdirektion. Eine Anzeige wegen Verletzung des Urheberrechts sei wahrscheinlich.

Einem Bericht der "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) zufolge hatte ein Passant die Beamten auf den Verkäufer mit dem gefälschten Ausweis aufmerksam gemacht. In der Folge habe sich herausgestellt, dass nicht nur der Ausweis, sondern auch die Zeitungen Fälschungen waren, weil das Format nicht mit den Originalen übereinstimmte. Fünf Männer sollen die falschen "Augustin"-Exemplare verkauft haben.

In der Slowakei nachgemacht

Einer der Verdächtigen, allesamt Brüder, sei bei der Straßenzeitung auch tatsächlich registriert gewesen. Er dürfte von den jeweiligen Ausgaben einige Zeitungen gekauft und sie in der Slowakei um zehn Cent das Stück nachmachen lassen haben, so die NÖN. Mit dem Verkauf um 2,50 Euro das Stück plus Trinkgeld habe man an ein paar Tagen oft mehr verdient als in einem Monat in der Heimat, wurde einer der Beschuldigten in dem Bericht zitiert.

 

(APA)

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