Neues Onlinemagazin "Paroli": "Wir waren unzufrieden"

Eine neue österreichische Plattform von Jungjournalisten setzt auf innovative Formate und finanzielle Unabhängigkeit.

Neues Onlinemagazin Paroli waren
Neues Onlinemagazin Paroli waren
(c) Screenshot: DiePresse.com

Seit Montag gibt es in Österreich ein neues Online-Magazin: "Paroli" nennt sich die Plattform, die unter der Adresse www.paroli-magazin.at zu finden ist. Markant an dem Projekt sind ungewöhnliche journalistische Formate und die Verwirklichung mit eigenem Engagement. Seit Herbst des Vorjahres arbeitet ein enger Kreis um Fabian Lang, Johanna Schwarz, Sahel Zarinfard, Yvonne Widler und Florian Stambula an dem Projekt, dass sie in Eigenregie angeschoben und verwirklicht haben. Stambula, der als Sprecher der Gruppe fungiert, erklärt, dass insgesamt 15 Leute für "Paroli" arbeiten würden - derzeit unentgeltlich.

Protest gegen schlechte Arbeitsbedingungen

Bekannt wurde das Magazin einer breiteren Öffentlichkeit damit, dass die Redaktion in der Vorwoche einen offenen Brief publizierte, in dem die schlechten Arbeitsbedingungen für junge Journalisten angeprangert wurden. Aber nicht nur daraus resultierte jene Unzufriedenheit, die über das Magazin in Tatendrang kanalisiert wurde: "Wir waren einfach unzufrieden - auch mit der Machart der Medien. Die Möglichkeiten des Internet sind bisher noch nicht ausgenutzt worden", sagt Stambula.

Statt herkömmlicher Ressorts bietet "Paroli" Formate, etwa ein Interview, das je nach Interessenslage gekürzt werden kann, Infografiken (in der Startausgabe etwa die Verbandelung der SPÖ mit dem Boulevard) oder eine interaktive Straßenkarte mit Kurzreportagen aus dem öffentlichen Verkehr.

Print? Keine Option

Entworfen wurde die Webseite in Eigenregie, sagte Stambula. "Wir wollen nicht nur einfach Text auf den Bildschirm werfen, sondern auch Funktionen von Websites auch ausnutzen." Print sei erst gar nicht ins Auge gefasst worden.

Finanzierungen für "Paroli" werden gesucht, schließlich wolle man die Journalisten auch angemessen entlohnen, so Stambula. Heikel ist man dennoch bei potenziellen Werbekunden: Große Telekommunikationsunternehmen oder Energy Drinks, die sich in der ins Auge gefassten Zielgruppe 20 bis 35 recht wohl fühlen dürften, werden abgelehnt, dafür soll kleineren Werbekunden der Einstieg erleichtert werden - etwa über Kooperationen.

Inhaltlich gibt es "einen groben Rotationsplan", der sich in den kommenden Wochen weisen wird müssen. Geplant sei, innerhalb einer Woche alle Formate zu aktualisieren.

http://www.paroli-magazin.at

(APA)

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