Puls4 "Christina Lugners VIP-Club": Im „Club2“ für „Gala“-Leser

Christina Lugners TV-Show ist wie sie selber: laut, unnötig, aber doch irgendwie unterhaltsam.

(c) AP (Hans Punz)

Das ist die Christina. Die Christina ist ein Wunder der Natur. Die war nämlich erst eine Maus, dann hat sie sich den Busen operieren lassen und war plötzlich eine Frau. Früher ist sie mit halblustigen Promis in den Whirlpool gestiegen, jetzt redet sie nur mehr halblustig über Promis und trinkt Prosecco dabei. So könnte Christina Lugner in der „Sendung mit der Maus“ vorgestellt werden. Also im Original. Nicht dem Machwerk, das Puls4 nun jeden Mittwoch, 22.15Uhr präsentiert. Bei der ersten Folge von „Christina Lugners VIP-Club“ zeigte sich allerdings, dass die Baumeister-Ex im Moderatorenpool des Senders gar nicht so heraussticht. Man denke nur an die begnadet talentfreie Zain Makari, bei deren „Studio 4 de Luxe“ man wie bei einem Unfall reagiert: Es ist so schrecklich, aber man kann nicht wegsehen.

So fällt es nicht auf, wenn das Ex-Kleintier so schnell redet, dass man ihr gern ein Säckchen zum Hyperventilieren reichen würde. Der ausgeschenkte Prosecco löst die Zunge übrigens auch nicht immer nur zum Vorteil, da kommen Vokabelschwächen der Ex-Zentraleinkäuferin zum Vorschein. Kleine Klarstellung dazu: Im Hochdeutsch fehlt dem „besonders“ und dem „anders“ das t am Ende. Gut, die neue Gesellschaft von Richard Lugner greift ja auch, wenn sie dem Mann ein Kompliment machen will, völlig überzeugt zum Wort „suspekt“.


Kleintier macht auch Mist

„Das Heißeste, das Neueste, das Aktuellste“ wurde versprochen. Das war übertrieben. Drei Gesellschaftsreporter und eine Andrea Fendrich diskutierten über Klatsch. Interessante Einblicke in die Wahrheitsfindung von „Österreich“ lieferte nebenbei die entsprechende Redakteurin, die meinte, Armin Assinger müsse wirklich eine Geliebte haben, weil er den Artikel in ihrer Zeitung nicht geklagt hat. Da wird einem auch „anderst“.

Der Sprudel, sei er nun eine wohl- oder unüberlegte Requisite, führte schließlich dazu, dass die Hemmschwelle in Sachen Stutenbissigkeit zwischen zwei Journalistinnen drastisch sank. Beim größten Durcheinander griff Lugner spät ein, um denjenigen, den sie zu Wort kommen lassen wollte, doch nur mit Geplapper endgültig außer Gefecht zu setzen. Also: Wenn schon „Sendung mit der Maus“, dann nur das Original.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.03.2008)

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