"Generation Zukunft" auf ATV: Die eine Jugend gibt es nicht

TV-Notiz Der Privatsender beleuchtet die Einstellungen und Sorgen junger Österreicher in einer Reportage-Reihe. Durchmischter als in anderen ATV-Formaten.

Der Schlagernachwuchs Lukas und Fabian am Weg zum Fanclub-Abend.
Der Schlagernachwuchs Lukas und Fabian am Weg zum Fanclub-Abend.
Der Schlagernachwuchs Lukas und Fabian am Weg zum Fanclub-Abend.

Wenn in vergangenen Jahren Teenager auf ATV gezeigt wurden, ging es meist drastisch zu. Burschen, die Mädchen als "Muschis" bezeichneten; Jugendliche, die sich halb tot soffen: In Reality-Sendungen wie "Saturday Night Fever" oder "Teenager werden Mütter" wurden Problemfälle vorgeführt und man fragte sich mehr als einmal, wo denn bloß das Jugendamt blieb. Im relativ neuen Format „Generation Zukunft" (die zweite Staffel startet am 10. Jänner auf ATV) verzichtet man auf allzu schrille Töne. Man will eine "breite Palette" abzubilden.

So sieht man den 16-jährigen Lukas und seinen 13-jährigen Bruder Fabian aus Oberösterreich, die zusammen mit ihrem Vater in einem Schlagertrio singen. Auch wenn sie dadurch „in der Schule bin ich viel sekkiert" wurden: "Krasse Jugendliche", wie der Untertitel der Sendung ankündigt, sind das nicht. Ebenso wenig wie die 16-jährige Bianca aus Wien, die (mit ihrer Mutter) hart für eine Karriere als Synchronschwimmerin trainiert. Oder die 18-jährige Schülerin Lena, die seit Jahren Drogen nimmt. Mit Philipp Ikrath ordnet ein Jugendkulturforscher ihr Verhalten und ihre Aussagen ein und liefert Daten zum Vergleich. Etwa: Nur zwei bis drei Prozent der Jugendlichen greifen zu harten Drogen.

Burschen, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen ("Ohne Ausbildung hat man nix zu bieten") kommen ebenso vor wie solche, die scheinbar keine haben - und andere, die auf die große Freiheit der jungen Jahr hinweisen. "Die Jugend in der Einzahl gibt es nicht", sagt Ikrath. Die heutige Jugend sei noch vielfältiger als vorangegangene Generationen. Was sie gemeinsam haben? "Wenn man Jugendliche fragt, wie sie die Zukunft sehen, dann sehen sie ihre eigene, persönliche Zukunft überwiegend sehr positiv." Aber bei der Zukunft der Gesellschaft seien sie sehr pessimistisch. Hier wird die Wirklichkeit eher eingefangen als inszeniert. Das Kulturbürgertum wird sich zwar (noch lange) nicht für Formate wie „Generation Zukunft" erwärmen können, aber die Sendung zeigt eine Entwicklung im Privatfernsehen auf: Die Jugendlichen in der Reportage-Reihe werden ernst genommen - und nicht vorgeführt, damit sich die Zuschauer über sie amüsieren. Allerdings: Das Format läuft direkt nach "Teenager werden Mütter".

„Generation Zukunft - Krasse Teenager": Die zweite Staffel startet am Donnerstag, den 10.Jänner um 21.30 Uhr bei ATV.

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