ORF: "Mitten im Achten" wird eingestellt

Die Sendung habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Belastend wirkte sich außerdem die "anhaltende negative öffentliche Diskussion" in Zusammenhang mit "MiA" aus, so Wrabetz.

(c) ORF

"Mitten im Achten" (MiA) wird eingestellt. "Nach Analyse des Programmerfolgs der Serie habe ich beschlossen, dass die Sendung der Serie MiA am derzeitigen Sendeplatz per 29. Juni beendet wird", teilte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz mit. Ab 2. Juli wird um 19.20 Uhr auf ORF 1 eine Kaufserie zu sehen sein. Grund für die unerwartet plötzliche Entscheidung: Trotz des "sehr konkurrenzstarken Sendeplatzes und der notwendigen Anlaufzeit" lag das Format "zu deutlich unter den Erwartungen".

Öffentliche Diskussion

Außerdem fürchtet der ORF einen Imageverlust: Auf Basis umfangreicher Marktforschung sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wahrscheinlichkeit "zu groß" ist, dass das Format auch in absehbarer Zeit nicht den gewünschten Erfolg haben wird. Belastend wirkte sich außerdem die "anhaltende negative öffentliche Diskussion" in Zusammenhang mit "MiA" aus, die "zu einem negativen Imagefaktor für das Gesamtprogramm des ORF wird", so Wrabetz. Es sei seine Aufgabe, "auf vorliegende Fakten konsequent zu reagieren", auch wenn er bedauere, "dass der erste Versuch, eine tägliche österreichische Unterhaltungsserie zu etablieren, nicht gelungen ist".

Produktion einstellen

Für die Produktionsfirma von "MiA" dürfte die Entscheidung des ORF-Chefs überraschend gekommen sein. Sie wurde erst am Mittwoch darüber informiert, dass die Produktion der Serie so rasch wie möglich einzustellen ist. Jene Folgen, die schon produziert beziehungsweise in der Fertigstellungsphase sind, werden vom ORF noch abgenommen. "Über deren Einsatz wird zu entscheiden sein", ließ sich der ORF-Chef die Möglichkeiten offen.

Neues österreichisches Format

Trotz des Flops mit der österreichische Daily will der ORF von diesem Projekt grundsätzlich nicht ablassen: Wrabetz kündigte an, die zuständigen Abteilungen zu beauftragen, Alternativen für eine österreichische Produktion für den "MiA"-Sendeplatz zu entwickeln. Allerdings will man sich diesmal Zeit lassen: "Dieser Prozess wird mehrere Monate in Anspruch nehmen, so dass ein durchgängiges eigenproduziertes Format realistisch erst gegen Ende 2008 zur Verfügung stehen wird", kündigte der ORF-General an.

Lorenz trägt Einstellung mit

Programmdirektor Wolfgang Lorenz, der mit der Ausarbeitung der Programmalternativen beauftragt ist, trage die Entscheidung seines Chefs mit. Seinen besonderen Dank sprach Wrabetz den Schauspielern und allen Mitwirkenden von "MiA" aus, "die unter sehr schwierigen Bedingungen einer negativen öffentlichen Diskussion mit ganzem Einsatz an der Umsetzung des Projektes gearbeitet haben und zu einem bemerkenswerten Team wurden".

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