Salzburg: Riesen-Skulptur von Stephan Balkenhol enthüllt

Das sechste Kunstwerk der Salzburg Foundation steht seit heute auf dem Kapitelplatz. Es stellt eine "alltägliche" Männerfigur auf einer goldenen Kugel dar - in einer Gesamthöhe von 8,8 Metern.

(c) APA (Hans Klaus Techt)

Die Katze ist aus dem Sack - die mit Spannung erwartete Riesen-Skulptur von Stephan Balkenhol ist heute, Donnerstag, Mittag auf dem Salzburger Kapitelplatz enthüllt worden. Balkenhol hat eine vergoldete Kugel von fünf Metern Durchmesser geschaffen, auf der ein ganz normal angezogener Mann steht. Die monumentale Skulptur heißt "Sphaera", ist 3,5 Tonnen schwer und insgesamt 8,8 Meter hoch und besteht aus Stahl, Kunststoff, Bronze und Blattgold.

Ergänzt wird "Sphaera" durch eine kleinere, deutlich unscheinbarere Frauenfigur, ebenfalls im typischen Balkenhol-Stil. Die "Frau im Fels" hat in einer Nische im Salzburger Toscanini-Hof eine vergleichsweise bescheidene Bleibe gefunden.

Wohlwollend aufgenommen

"Ursprünglich wollte ich auch die große Figur im Toscanini-Hof aufstellen, aber das ist aus verkehrstechnischen Gründen nicht möglich gewesen", erläuterte Balkenhol. "Dann habe ich den Kapitelplatz entdeckt und einen Glücksfall vorgefunden: Einen Platz ohne eigentliches Zentrum, der eine Skulptur braucht. Ich glaube, der Platz tut meiner Skulptur gut und meine Skulptur dem Platz."

Stephan Balkenhol ist nach Anselm Kiefer, Mario Merz, Marina Abramovic, Markus Lüpertz und James Turell der sechste Künstler, den die Salzburg Foundation eingeladen hat, ein Kunstwerk im öffentlichen Raum in Salzburg zu gestalten. Nach anfänglichen und zum Teil wenig sachlichen Diskussionen ist das Kunstwerk heute nicht nur bei allen offiziellen Vertretern von Kirche, Sponsoren und Stadt, sondern auch vom Salzburger Publikum wohlwollend aufgenommen worden.

Kein Wanderzirkus

Die von insgesamt 50 Sponsoren finanzierte Reihe von Kunst im öffentlichen Raum ist für zehn Jahre gedacht und soll, so Initiator Karl Gollegger, im zehnten Jahr mit einer besonders spektakulären künstlerischen Arbeit abgeschlossen werden. "Es gibt nicht unerheblich viele Anfragen von Touristen, die eigens wegen dieses Projektes nach Salzburg kommen. Kein Wunder, in Paris, New York oder London sowie in vielen einschlägigen Fachmagazinen wird höchst anerkennend von diesem Salzburger Zehn-Jahres-Projekt der bildenden Kunst geredet". Kurator Walter Smerling ergänzte: "Ich bin mir ganz sicher: Auch die Salzburger werden dieses Projekt lieben."

Die Genehmigung für die Balkenhol-Skulptur auf dem Kapitelplatz gilt für zehn Jahre, die übrigen fünf Foundation-Kunstwerke sind für fünf bis 17 Jahre genehmigt. Die Salzburg Foundation gab heute bekannt, dass die Kunstwerke dieses weltweit einzigartigen Projektes zurück gegeben werden könnten, weil sie überall auf der Welt begehrt seien und aufgestellt werden könnten. Hauptsponsor Wulf Matthias von der Credit Suisse sagte aber: "Diese Diskussion ist befremdlich, natürlich gehen wir davon aus, dass die Kunstwerke dauerhaft in Salzburg bleiben. Wir haben bestimmt keine Lust, einen Wanderzirkus zu finanzieren." (APA)

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