Gugginger Künstler Johann Korec verstorben

Ende der Sechziger kam Korec nach Gugging, wo er zu malen begann. In seinen Tusch- und Aquarellbildern vorwiegend Liebespaare und erotische Szenen dar. Der Maler starb 71-jährig in Gugging.

(c) APA (ART/BRUT CENTER GUGGING/FLORIAN REESE)

Der Gugginger Künstler Johann Korec ist mit 71 Jahren gestorben. Sein gesundheitlicher Zustand hatte sich in den vergangenen Monaten sehr verschlechtert. Er sei in der Nacht auf vergangenen Samstag, dem 26. Juli, "im Kreise seiner Künstlerkollegen ruhig eingeschlafen", teilte das Art / Brut Center Gugging mit. In seinen Arbeiten widmete er sich auf geradezu obsessive Weise der Sexualität.

Johann Korec, geboren am 10. März 1937 in Wien, wuchs in Jugendheimen auf und arbeitete nach dem Besuch der Sonderschule als Knecht auf einem Bauernhof. Er wurde 1958 in die Nervenklinik Gugging (Klosterneuburg) eingewiesen. In den frühen Siebziger-Jahren begann er auf Anleitung des damaligen Primars Leo Navratil mit dem Abzeichnen von Abbildungen aus Zeitungen und Illustrierten. Seit 1981 bewohnte Korec mit Johann Garber und Heinrich Reisenbauer ein gemeinsames Zimmer im Haus der Künstler.

Intimes Tagebuch

In seinen späteren Tusch- und Aquarellbildern stellte Korec vorwiegend Liebespaare und erotische Szenen dar, die als illustriertes intimes Tagebuch gesehen werden können. Er nannte dabei konkrete autobiografische Orte und Personen, wobei er selbst stets als Protagonist in Erscheinung trat. Im unteren Teil der Bilder beschrieb er die jeweilige Szene in eindeutigen Kommentaren.

(c) APA (ART/BRUT CENTER GUGGING)

Sein bevorzugtes Material war Büttenpapier in verschiedenen Formaten. "Die von ihm verwendeten Federn spreizen sich nach nur wenigen Malen und lassen keinen festen Strich mehr zu, Pinsel bestehen oft nur noch aus zwei bis drei Haaren - er benützt sie immer noch", heißt es in einem Würdigungs-Text von Nina Katschnig.

Seine Werke sind u.a. in den Sammlungen Infeld, Bönningheim sowie Arnulf Rainer vertreten sowie im Setayaga Art Museum Tokio, dem Philadelphia Art Museum, im Landesmuseum Niederösterreich und natürlich im Museum des Art / Brut Centers Gugging.

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