Soul-Legende Isaac Hayes gestorben

Er komponierte den Titelsong von "Shaft", erhielt dafür als erster schwarzer Musiker einen Oscar, gewann mehrere Grammys und sprach jahrelang den Chef in der TV-Satire "South Park". Mit 65 Jahren wurde Isaac Hayes am Sonntag tot aufgefunden.

(c) AP (Jim Cooper)

Der Soul-Sänger Isaac Hayes ist tot. Der Mann mit der dunklen Soul-Stimme gehörte zu den einflussreichsten Entertainern Amerikas. Der Musiker hatte 1971 für den Kultfilm "Shaft" als erster schwarzer Musiker den Oscar für einen Filmsong erhalten.

Nach Angaben der Polizei wurde Hayes am Sonntag in seinem Haus im Memphis (Tennessee) von Familienangehörigen regungslos neben einem Fitness-Laufband entdeckt, berichtet der US-Nachrichtensender CNN.

Instrumente selbst beigebracht

Nach dem frühen Tod seiner Eltern wuchs er in ärmlichen Verhältnissen bei seinen Großeltern auf und brachte sich das Piano, Orgel und Saxofon spielen selbst bei. Mit 16 Jahren zog die Familie nach Memphis, wo Hayes sich nach dem Abbruch der High School mit Gelegenheitsjobs als Koch, Fabrikarbeiter und Versicherungskaufmann durchschlug. Immer wieder spielte er in verschiedenen Bands.

Mitte der 60er Jahre kam er als Songschreiber zum Soul-Label "Stax Records" und schrieb dort mit dem Texter David Porter unter anderem Hits wie "Soul Man", "When Something Is Wrong with My Baby" und "I Thank You".

Durchbruch mit "Shaft"

Sein Solo-Debüt präsentierte Hayes 1967 mit "Presenting Isaac Hayes". Zwei Jahre später erstürmte er mit "Hot Buttered Soul" bereits die Hitlisten, bevor ihm 1971 mit dem Album "Shaft" der endgültige Durchbruch gelang. 2002 wurde der mehrfache Grammy-Gewinner in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen.

Jahrelang verlieh er auch dem "Chef" in der bissigen TV-Satire "South Park" seine Stimme - bis der bekennende Scientologe 2006 mit der Begründung ausstieg, die Serie würde sich "unangemessen" über Religion und Glaubensfragen lustig machen und dadurch Intoleranz erzeugen.

South Park: Isaac Hayes gab den singenden Chef
South Park: Isaac Hayes gab den singenden Chef
(c) AP (Comedy Central, File)

Neben seiner Arbeit als Musiker und Komponist stieg er Anfang der Achtziger auch als Schauspieler ins Filmgeschäft ein. Im Kino war er unter anderem in "Die Klapperschlange" (1981), "Robin Hood - Helden in Strumpfhosen" (1993) und "Wild Christmas" (2000) zu sehen.

Mit Martin Luther King auf der Straße

Der Soul-Star war auch sozial engagiert, unter anderem in Ghana. Dort wurde er 1995 zum König ehrenhalber ernannt.

Als Bürgerrechtler engagierte Hayes sich für die Rechte der Schwarzen. In den Sechzigern ging er dafür an der Seite von Martin Luther King auf die Straße. Die "Isaac Hayes Foundation" organisiert Benefizkonzerte und setzt sich für die Alphabetisierung, Ausbildung und Erziehung verarmter Minderheiten auf der ganzen Welt ein.

(Ag.)

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