Nestroy: Birgit Minichmayr räumt doppelt ab

In Wien sind am Montag die "Nestroy"-Theaterpreise verliehen worden. Minichmayr gewann den Preis als "Beste Schauspielerin" und den Publikumspreis. Der Regie-Preis ging an Martin Kusej, Schlingensief ging leer aus.

(c) APA/Barbara Gindl (Barbara Gindl)

Im Circus Roncalli auf dem Wiener Rathausplatz sind am  Montagabend die "Nestroy"-Theaterpreise verliehen worden. Mit der bereits zum zehnten Mal vergebenen Auszeichnung werden die besten Leistungen der vergangenen Saison auf österreichischen Bühnen sowie die "Beste deutschsprachige Aufführung" gewürdigt.

Die "Beste Regie" lieferte im vergangenen Jahr nach Ansicht der Nestroy-Akademie Martin Kusej bei "Der Weibsteufel" von Karl Schönherr im Akademietheater. Für den verhinderten Regisseur nahm Nicholas Ofczarek den Preis entgegen. Viktor Bodo blieb für seine Inszenierung von "Die Stunde da wir nichts voneinander wussten" am Grazer Schauspielhaus ebenso das Nachsehen wie Christoph Schlingensief für "Mea culpa. Eine ReadyMadeOper" im Burgtheater.

Birgit Minichmayr schaffte an dem Abend einen Doppel-Erfolg: Sie wurde für "Der Weibsteufel" im Wiener Akademietheater "Beste Schauspielerin". Außerdem gewann sie in der Gunst des Publikums, das heuer im Rahmen der Nestroy-Preise erstmals via Internet für den "Publikumspreis" abstimmte.

Andre Jung "Bester Schauspieler"

Den Nestroy als "Bester Schauspieler" nahm ein perplexer Andre Jung für seinen Krapp in "Das letzte Band / Bis dass der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts" (bei den Salzburger Festspielen in Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen) entgegen. Er stach die beiden ebenfalls Nominierten Bernd Jeschek ("Das Fest" im Tiroler Landestheater) und Peter Simonischek ("Baumeister Solness" am Schauspielhaus Graz) aus.

Gerrit Jansen (Bertram in Shakespeares "Ende gut alles gut", Kasino am Schwarzenbergplatz) freute sich über die Auszeichnung als "bester Nachwuchs", musste zuvor allerdings die Mitwirkung an einer Tellerjonglier-Nummer überstehen. Er setzte sich gegen Verena Lercher ("Baumeister Solness", Schauspielhaus Graz) und Claudius von Stolzmann ("Die Reifeprüfung", Volkstheater) durch.

Den "Nestroy" für die beste Nebenrolle nahm Sona MacDonald (für ihre Darstellung der Kammerfrau Constantia in "Der Talisman" im Theater in der Josefstadt) entgegen. Sie setzte sich damit gegen Michael Dangl ("Floh im Ohr", Theater in der Josefstadt) und Dietmar König ("Trilogie des Wiedersehens", Burgtheater) durch.

Autorenpreis für Roland Schimmelpfennig

Der Autorenpreis für das beste Stück ging an Roland Schimmelpfennig für sein Stück "Besuch bei dem Vater" am Theater in der Josefstadt. Joachim Bissmeier hielt die Laudatio. Das Theatercombinat wurde für "Bambiland" von Elfriede Jelinek für die beste Off-Produktion geehrt.

Den Spezialpreis erhielt das Wiener Koproduktionshaus "brut". Die beiden vor zwei Jahren von Berlin nach Wien gekommenen Leiter Haiko Pfost und Thomas Frank setzten sich mit ihrem Saisonprogramm gegen das Tanzfestival "Szene Bunte Wähne" und den Kulturverein "uniT" durch.

Jelineks "Rechnitz" beste deutschsprachige Aufführung

Roncalli-Prinzipal Bernhard Paul übergab den Nestroy für die "Besten deutschsprachigen Aufführung" an die Münchner Kammerspiele für "Rechnitz (Der Würgeengel)" von Elfriede Jelinek in einer Inszenierung von Jossi Wieler, der gemeinsam mit Theaterleiter Frank Baumbauer den Preis entgegennahm. Baumbauer kündigte ein Wiener Festwochen-Gastspiel der Inszenierung an.

Für sein Lebenswerk wurde am Ende schließlich der 87-jährige Otto Tausig gekürt. Die Laudatio hielt der ehemalige Burgtheater-Direktor Gerhard Klingenberg.

(APA)

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