Schauspielhaus Graz: Verdrängung im Dreivierteltakt

KritikBerührend und beklemmend: „Jedem das Seine“, ein Stück über jüdische Häftlinge, die eine Operette proben.

Zusammenrücken unter Fliegeralarm: starkes Ensemble in Graz.
Zusammenrücken unter Fliegeralarm: starkes Ensemble in Graz.
Zusammenrücken unter Fliegeralarm: starkes Ensemble in Graz. – (c) Lupi Spuma/Schauspielhaus Graz

Düsteres Licht fällt von außen durch die Ritzen der Holzwand, wirft Streifen auf Strohballen, Wände, die massiven Balken. Ein gewöhnlicher Heustadel irgendwo im ländlichen Österreich. Es ist 1945, in wenigen Tagen wird der Zweite Weltkrieg vorbei sein. Bis dahin treiben die Nazis ungarische Juden in langen Fußmärschen durch das Land, in Richtung Mauthausen. Rund 23.000 werden auf dem Weg dorthin umgekommen sein: verhungert, aus Erschöpfung zusammengebrochen oder erschossen – auch von Einwohnern der Ortschaften entlang des Weges. „Die Welt da draußen will uns töten“, sagt Lou Gandolf zu Beginn des Stücks „Jedem das Seine“, das derzeit am Grazer Schauspielhaus zu sehen ist. „Deshalb müssen wir so tun, als wären wir in einer anderen.“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.03.2018)

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