Schauspielhaus Graz: Nah ist der zürnende, rettende Gott

KritikVolker Hesse dramatisiert Hits aus der Bibel, die Zuseher sind in diesem „Tagebuch“ mittendrin: „Altes Testament“ beeindruckt vor allem wegen des Skripts.

Gott sieht alle und alles hier (v. l.): Benedikt Greiner, Lena Kalisch und Maximiliane Haß.
Gott sieht alle und alles hier (v. l.): Benedikt Greiner, Lena Kalisch und Maximiliane Haß.
Gott sieht alle und alles hier (v. l.): Benedikt Greiner, Lena Kalisch und Maximiliane Haß. – (c) Lupi Spuma

Am Ende fast, nach der Vertreibung aus dem Paradies und kurzer Fahrt auf der zur Arche mutierten Drehbühne, nach harter Knechtschaft in Ägypten, dem Exodus sowie Geschichten von Königen und Propheten, wurde es am Samstag sinnlich bei der Premiere von „Altes Testament – aus dem Tagebuch der Menschheit“: Gut drei Stunden haben die Zuseher im Grazer Schauspielhaus die bekanntesten Episoden hautnah miterlebt, vor allem aus Genesis und Exodus, da beginnt das Dutzend Darsteller mit ihnen zu flirten, schleppt die willigen ab. Dazu wird das Hohelied Salomos zitiert, einer der erotischsten Texte der Weltliteratur aus Arabiens Wüste. Das ist versöhnlich, denn zuvor war der Gott des Alten Bundes dominant, der dem Volke Israel zürnt und es immer wieder auch verflucht.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.05.2018)

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