Schnitzlers Doppeltüren-Drama

Kritik Mateja Koležnik inszenierte eine Kurzversion von „Der einsame Weg“: Originell, kühl kalkuliert, kaum aber mitreißend.

Eine alte Liebe bei Schnitzler, sie ist noch nicht ganz erkaltet: Maria Köstlinger als Irene Herms und Ulrich Reinthaller als Julian Fichtner.
Eine alte Liebe bei Schnitzler, sie ist noch nicht ganz erkaltet: Maria Köstlinger als Irene Herms und Ulrich Reinthaller als Julian Fichtner.
Eine alte Liebe bei Schnitzler, sie ist noch nicht ganz erkaltet: Maria Köstlinger als Irene Herms und Ulrich Reinthaller als Julian Fichtner. – APA/HELMUT FOHRINGER

Die erste Szene des Dramas „Der einsame Weg“ spielt nach Arthur Schnitzlers Anweisungen im kleinen Gärtchen am Hause des Professor Wegrat. Dort finden sich seine zwei Kinder ein, nach und nach die anderen Akteure – eine Gruppe von Egoisten, Kranken und Todessehnsüchtigen, die in fünf Akten kunstvoll entwickeln, wie man damals im Zeitalter der Nervosität über das nicht gelebte Leben trauerte. Schnitzlers kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert vollendetes Konversationsstück führt die allgemeine Orientierungslosigkeit fesselnd vor. Man begegnet sich in Gärten und großbürgerlichen Villen, um richtig depressiv zu sein. Das braucht Zeit. Wird da gehudelt, können sich diese acht komplexen Charaktere kaum entfalten.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2018)

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