Franz Wests Erben erhalten nun seine Werke

Ein langer Rechtsstreit ist zu Ende. Der Oberste Gerichtshof entschied zugunsten der Kinder des Künstlers.

Im Sommer 2012 starb der erfolgreichste österreichische Gegenwartskünstler, Franz West. Seitdem gibt es Streit, und zwar an allen Fronten. Noch am Sterbebett gründete West eine Privatstiftung. Die Rechtsvertreter der Kinder des Künstlers stehen auf dem Standpunkt, dass die 1300 in Wests Depot gelagerten Kunstwerke an die Erben retourniert werden müssen.

Anders sahen es die Anwälte der Franz-West-Privatstiftung und der Stiftungsvorstand selbst: Es sei klar gewesen, dass es dem Willen des Künstlers entsprochen hätte, der Stiftung die Kunstwerke zuzuwenden. Schon im November 2017 hatte sich das Oberlandesgericht Wien der Auffassung der West-Kinder angeschlossen. Der Wille des Verstorbenen sei zwar gewesen, dass die Kunstwerke im Besitz der Privatstiftung landen sollen. Der Notariatsakt, der für diese Verfügung notwendig war, weise jedoch formale Fehler auf. Das bestätigte nun auch der Oberste Gerichtshof (OGH) in seiner aktuellen Entscheidung.

Konkret hätte der Inhalt eines mehrere Hundert Seiten starken Ordners, in dem die Kunstwerke von West akribisch beschrieben worden sind, zur Gültigkeit des Notariatsakts verlesen werden müssen. Das ist aber nicht passiert. Die Tatsache, dass West seine Kunstwerke eindeutig nicht seinen Kindern, sondern der Stiftung zuwenden wollte, heilt den Formfehler im Nachhinein nicht.

Die Vertreter der Franz-West-Stiftung bedauern die OGH–Entscheidung und überlegen, die damaligen Berater von West zur Verantwortung zu ziehen. (hec)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.11.2018)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Franz Wests Erben erhalten nun seine Werke

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.