Joe, Rex und Jedermann: Tobias Moretti wird 60

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Auch um seinen 60. Geburtstag am 11. Juli ist es um den in den 1990er Jahren mit der TV-Serie "Kommissar Rex" einem Millionenpublikum bekannt gewordenen Tobias Moretti alles andere als ruhig - steht er doch bald wieder als "Jedermann" auf dem Salzburger Domplatz.

(c) Christian Hartmann
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Die Entscheidung im Jahr 2017, die vermutlich bekannteste Rolle in der österreichischen Theaterlandschaft zu spielen, habe er sich "nicht leicht gemacht", sagte Moretti schon bei seiner viel beachteten Präsentation. "Aus meiner Mischung von Faszination, Angst und Überlebenstrieb entstand die Lust, mich mit diesen Versen auseinanderzusetzen", schreibt Moretti im Nachwort seiner kürzlich im Haymon Verlag erschienenen Bearbeitung des für die Salzburger Festspiele so zentralen Textes von Hugo von Hofmannsthal.

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Im August letzten Jahres musste Moretti wegen einer Lungenentzündung an fünf Abenden vom Spielen des "Jedermanns" absehen und Philipp Hochmair den Vortritt lassen - umjubeltes Comeback inklusive.

APA
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Heuer steigt der Publikumsliebling am 20. Juli wieder in den Ring im Kampf um und mit Liebe, Tod und Teufel. Dieser ist heuer erstmals auch ein Stück weit ein innerfamiliärer - gibt doch mit Gregor Bloeb sein Bruder den Guten Gesellen/Teufel in Michael Sturmingers Inszenierung. Die Doppelrolle bekleidete auch Moretti bereits zwischen 2002 und 2005 unter Jürgen Flimm.

APA
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Am 11. Juli 1959 in Gries am Brenner (Tirol) als Tobias Bloeb geboren, studierte Moretti zunächst Musik an der Wiener Musikuni.

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Nach seiner Theaterausbildung an der Otto Falckenberg Hochschule München (1981 bis 1984) wechselte er noch während seines ersten Engagements am Staatstheater Hannover zu Frank Baumbauer ans Residenztheater München und in die Münchner Kammerspiele, von wo aus er eine steile Bühnenkarriere startete. Zur Erklärung: Moretti ist der Familienname seiner Mutter. 

Im Bild: 1987 mit Sunnyi Melles an den Kammerspielen München

(c) imago images / United Archives (via www.imago-images.de)
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Unter Neo-Intendant Martin Kusej wurde der Tiroler (hier am Opernball 2008), der sich auch als Landwirt betätigt, erst vor kurzem zum Mitglied des Burgtheaterensembles - als ältester Neuzugang. Mit Kusej verbindet Moretti eine langjährige Bühnenzusammenarbeit - so etwa auch in der Salzburger Festspiel-Inszenierung von "König Ottokar", die bis 2009 auch am Burgtheater lief. Seinen gefeierten "Faust" gab Moretti dort von 2009 bis 2012. Am Haus am Ring debütierte er bereits im Jahr 1995.

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Dem Fernsehen verdankt Moretti auch seine bis heute ungebrochene breite Popularität. In Felix Mitterers "Piefke-Saga" spielte er Anfang der 1990er Jahre den im breiten Dialekt parlierenden Zillertaler Bauerbuben Joe, es folgte die über den deutschen Sprachraum erfolgreiche Polizeiarbeit als Richard Moser neben Schäferhund Rex.

(c) imago/United Archives (imago stock&people)
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Ebenfalls für ein Millionenpublikum gab er den Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer ("Die Freiheit des Adlers", 2002) unter der Regie von Xaver Schwarzenberger. Zu seinen jüngeren Kinofilmen zählen unter anderen "Jud Süß - Film ohne Gewissen" (im Bild), "Das finstere Tal", "Hirngespinster", "Der Vampir auf der Couch", "Das ewige Leben" oder Stefan Ruzowitzkys "Die Hölle - Inferno". Zuletzt war Moretti auch in Wolfgang Murnbergers "Achterbahn" in der ORF-Landkrimi-Reihe im TV-Einsatz.

(c) imago images / Prod.DB (via www.imago-images.de)
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Für sein Wirken wurde Moretti bereits vielfach ausgezeichnet: So erhielt er unter anderem den Bayerischen Filmpreis (1995 und 2014), die Silver Tulip (1997), den Bayerischen Fernsehpreis (1999) sowie den Grimme-Preis (2000, 2002). Den Fernsehpreis "Romy" hat Moretti in vielfacher Ausführung mit nach Hause genommen (zuletzt 2017).

imago images / United Archives
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Für "König Ottokar" wurde er 2006 mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste geehrt. 2014 erhielt er den Deutschen Filmpreis und im Frühjahr 2015 den Großen Schauspielpreis der Diagonale. 2015 bekam er den "Bambi" als bester Schauspieler für "Das Zeugenhaus".

(c) Getty Images (Clemens Bilan)