Bregenzer Festspiele: Don Quichotte und die toxische Männlichkeit

Regisseurin Mariame Clément handelt an Massenets „Don Quichotte“ moderne Helden- und Männerrollen ab. Das ist manchmal etwas viel, aber das Stück erträgt's, die Sänger sind gut – und das Publikum vergnügt.

Im Spiderman-Kostüm: Don Quichotte (Gábor Bretz) als Opfer einer Straßengang – bei den Bregenzer Festspielen.
Im Spiderman-Kostüm: Don Quichotte (Gábor Bretz) als Opfer einer Straßengang – bei den Bregenzer Festspielen.
Im Spiderman-Kostüm: Don Quichotte (Gábor Bretz) als Opfer einer Straßengang – bei den Bregenzer Festspielen. – (c) Monika Forster

Is this the best a man can get?“, fragt die Stimme aus dem Off – und wir sehen ein Pasticcio aus historischen und aktuellen Szenen voll mit toxischer Männlichkeit. Er hat Anfang des Jahres einigen Staub aufgewirbelt, der in etwas Pathos mündende Gilette-Werbespot mit seinem Aufruf an Männer, gegen Alltagssexismus einzuschreiten, gegen Übergriffe und Mansplaining, aber auch gegen Mobbing und Raufereien unter Buben, anstatt die Entschuldigung „Boys will be boys“ zu perpetuieren. Zeigten sich seither viele begeistert von der Initiative, fühlten sich andere auf mehr als nur den Schlips getreten und wetterten gleich gegen einen „globalen Angriff auf Männlichkeit“. Das Eintreten für ein besseres, wertschätzendes Miteinander ohne jede Art von Gewalt, und sei es zu Werbezwecken – gleicht es einem Kampf gegen Windmühlen?

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2019)

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