Das tolle Theater an der Spree

Die Bühnenwelt in Deutschlands Hauptstadt hat allerlei Turbulenzen hinter sich. Doch sie hat sich neu erschaffen: Die jüngeren Aufführungen überzeugen.

Moritz Gottwald in „status quo“ als unterdrückter Mann an der Berliner Schaubühne. Ab Sonntag ist er erstmals bei den Salzburger Festspielen zu erleben: in „Jugend ohne Gott“.
Moritz Gottwald in „status quo“ als unterdrückter Mann an der Berliner Schaubühne. Ab Sonntag ist er erstmals bei den Salzburger Festspielen zu erleben: in „Jugend ohne Gott“.
Moritz Gottwald in „status quo“ als unterdrückter Mann an der Berliner Schaubühne. Ab Sonntag ist er erstmals bei den Salzburger Festspielen zu erleben: in „Jugend ohne Gott“. – Arno Declair

Berlins Bühnen hatten weit stärkere Umwälzungen zu erleben als jene in Wien. 1993 wurden die Berliner Staatlichen Schauspielbühnen geschlossen, ein Schock für die Branche. Aber dabei blieb es nicht, das Flaggschiff der Schauspielbühnen, das Schillertheater, diente in der Folge für Gastspiele, Musicals. Die Staatsoper Unter den Linden siedelte in das Haus – während ihrer Sanierung, die inzwischen abgeschlossen ist. Die Kosten für die Opernrunderneuerung steigen freilich noch immer, mittlerweile sollen es 440 Millionen Euro sein. Die Freie Volksbühne (im Westen), einstmals unter Hans Neuenfels ein Hort der Avantgarde, geriet nach Subventionsentzug ins Trudeln, ist jedoch nun das Haus der Berliner Festspiele. Die Volksbühne (im Osten) war schwer in Schieflage, nachdem Langzeitprovokateur Frank Castorf durch den belgischen Kurator Chris Dercon ersetzt wurde, der binnen Rekordzeit wieder abberufen wurde. Nun wird Castorf-Verwandter René Pollesch Chef im Haus am Rosa-Luxemburg-Platz. Das Theater des Westens, das sich Entertainment und Musical widmete, hatte große Probleme und wurde an den holländischen Stage-Entertainment-Konzern verkauft.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2019)

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