„Stranger Things“: Wird es jetzt politisch?

Netflix präsentiert demnächst Staffel zwei des Mysteryhits, der im Vorjahr Serienfreunde begeisterte. Endlich - denn wir hätten da ein paar Fragen...

Staffel zwei soll sich um die „größere Mythologie“ hinter dem Verschwinden der Kinder drehen.
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Staffel zwei soll sich um die „größere Mythologie“ hinter dem Verschwinden der Kinder drehen.

Kaum ein Staffelstart wird so gespannt erwartet wie die Fortsetzung des Hits der Gebrüder Duffer. Kohärent und unglaublich spannend erzählt, mit liebenswürdigen Charakteren, tollem Cast und aufrichtig nostalgischer 80er-Jahre-Ästhetik (ja, Stephen King wird sich da wohl auch selbst erkannt haben), hat die SciFi-Mystery-Serie „Stranger Things“ im Vorjahr einen regelrechten Hype ausgelöst.

Wer ihn verpasst hat, hier ein paar Stichworte zum Plot: Eine amerikanische Kleinstadt, vermisste Kinder, eine mysteriöse Regierungsorganisation, die paranormale Experimente durchführt, eine hysterische Mutter, ein vom Leben gezeichneter Kleinstadtcop, „Dungeons and Dragons“-vernarrte Burschen, eine düstere Parallelwelt, ein Mädchen mit kurzgeschorenen Haaren und übernatürlichen Fähigkeiten, Waffeln und ein bluthungriges Monster. Beginnend wie ein klassischer Teenie-Thriller, geht es in „Stranger Things“ immer rätselhafter zu, immer unheimlicher, bis zum Finale nach acht Folgen – das noch einige Fragen offen lässt.
Ob diese in Staffel zwei beantwortet werden? Ein paar offene Rätsel und Spekulationen. Wer Staffel eins nicht gesehen hat, sei an dieser Stelle gewarnt: Spoiler!

Die offensichtlichen Fragen: Was geht hier eigentlich vor?

Wir haben einen Einblick in die Paralleldimension, die wissenschaftlichen Experimente um sie und die Kreatur, die in ihr lebt, bekommen. Aber eigentlich wissen wir noch kaum etwas über diese Welt: Was hat es mit dem Monster auf sich? Legt es Eier? Wohin ist Eleven verschwunden? Im Staffelfinale brachte sie das Monster (scheinbar, denn was ist hier schon fix) zum Zerbersten – als sich der Staub legte, fehlte von ihr jede Spur. Der Trailer zu Staffel zwei legt nahe, dass sie durch das selbe Wandloch in der Kleinstadtschule, durch das das Monster kam, wieder zurück in die Oberwelt schlüpfen könnte. Auch über ihre Herkunft, ihre Fähigkeiten und die Experimente, die an ihr verübt wurden, wären noch Dinge zu klären. Und: Was passierte mit den Kindern One bis Ten? Viel spricht dafür, dass wir zumindest einige Antworten bekommen werden: Die Duffers gaben an, dass sich Staffel zwei um die „größere Mythologie“ hinter dem Verschwinden der Kinder drehen werde.

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(c) Courtesy Netflix

Ist Barb vielleicht doch nicht tot?

Ihre (vermutliche) Leiche im Schleimkokon in der düsteren Parallelwelt hat man zwar im Staffelfinale gesehen. Aber so seltsam, wie die Dinge hier zugehen – wer weiß, in welchem Zustand sich Nancys beste Freundin, eine Lieblingsfigur vieler Fans, wirklich befindet? So wenig wir noch über diese Welt, die Herkunft von Elf, die Machenschaften der dunklen Behörde und die Antriebe des Monsters wissen, so wenig sollten wir annehmen, dass unsere Vorstellungen von lebend und tot auch in dieser Parallelwelt gelten. Will war schließlich auch wie komatös im Schleimkokon und wurde nur dank des Einsatzes seiner aufgelösten Mutter gerettet. (Er spuckt jetzt Schnecken, aber das ist wieder ein anderes Rätsel: Sind diese sozusagen Monster-Nachwuchs?)

Wird es jetzt politisch?

Komplett losgelöst von der politischen Realität war auch Staffel eins nicht: In einer Szene wird Eleven eingesetzt, um einen russischen Spion zu belauschen. Das Regierungsexperiment „MKUltra“, das Eleven in der Serie zu supernatürlichen Fähigkeiten verhalf, hat zudem einen realen Hintergrund: Unter demselben Namen erforschte die CIA während des Kalten Kriegs (an oft ahnungslosen Menschen) Möglichkeiten der Bewusstseinskontrolle – was auch Anlass zu vielen Verschwörungstheorien gab. Staffel zwei spielt zu Halloween 1984 – Tage vor der Präsidentschaftswahl, bei der Ronald Reagan wiedergewählt wurde. Wahlkampftafeln sind auch im Trailer zu sehen. Nicht ausgeschlossen, dass politische Ereignisse – oder zumindest Stimmungen – auch in die Handlung einfließen.

Was hat Michael Jackson mit „Stranger Things“ zu tun?

So abstrus diese Frage klingt: Im Trailer zur zweiten Staffel ist Jacksons „Thriller“ zu hören, dazu auch das Gruselgedicht, das im „Thriller“-Video Horror-Darsteller Vincent Price spricht, während die tanzenden Zombies zum Leben erwachen: „Darkness falls across the land / The midnight hour is close at hand / Creatures crawl in search of blood / To terrorize y'all's neighbourhood...“ Das Musikvideo wurde im Herbst 1983 gedreht, zur selben Zeit spielen auch die Ereignisse der ersten „Stranger Things“-Staffel. Gaaaaaanz abwegig ist der Gedanke also nicht: Liefert „Stranger Things“ vielleicht noch eine Erklärung für die Kreaturen, die in „Thriller“ aus dem Friedhofboden wachsen? Und für Jacksons teuflische Augen, die am Ende des Videos in die Kamera blitzen? Wir werden sehen. Eines scheint das „Thriller“-Zitat aber zu zeigen: Die Duffer-Brüder machen ernst mit 80er-Referenzen.

 

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