Versteckte Perle: "Die außergewöhnlichsten Häuser der Welt"

Eine Serie auf Netflix, die hält, was der Titel verspricht: Architekt Piers Taylor und Schauspielerin Caroline Quentin besuchen Bauten, die einen zum Staunen bringen. Darin leben will man nicht unbedingt.

Piers Taylor und Caroline Quentin: in Staffel zwei nerven sie weniger
Piers Taylor und Caroline Quentin: in Staffel zwei nerven sie weniger

Es gibt ja viele mehr oder weniger skurrile Serien in den Untiefen von Netflix. Eine über einen 16-jährigen Sexualtherapeuten (sehr gelungen übrigens), eine Show übers Aufräumen und diverse Kochsendungen, deren Speisen man nicht unbedingt nachkochen will. Eine versteckte Perle ist aber die BBC-Produktion „Die außergewöhnlichsten Häuser der Welt“ (The World's Most Extraordinary Homes): Der Architekt Piers Taylor und die Schauspielerin Caroline Quentin besichtigen sehr spezielle Eigenheime in aller Welt.

Pro Folge werden vier Gebäude vorgestellt. Staffel eins hat nur vier Episoden, Staffel zwei ist doppelt so lange. Der Enthusiasmus der beiden Protagonisten – vor allem jener von Quentin, die mit Vorliebe jeden Pool testet – geht einem vor allem in der ersten Staffel bald auf die Nerven. In Staffel zwei ist er etwas gedämpfter und somit leichter zu ertragen.

Die „Wärme“ rostiger Wände

Überhaupt: man muss nicht so genau zuhören bei all den „Ahs“ und „Ohs“ der beiden. Dass Taylor und Quentin sich wenig kritisch zu den Häusern äußern, ist wohl Kalkül. Denn die Häuser sind „homes“, sie sind das Zuhause von Menschen, selbst wenn es nur in den Ferien ist. Wer lädt sich schon jemanden ein, der das mühsam geplante, gebaute und ganz sicher teure Eigenheim dann öffentlich verreißt?

Bei einigen Häusern ist man aber wirklich dankbar, dass man nicht in ihnen leben muss. Wer will schon durch die winterliche Kälte gehen, um ins Schlafzimmer zu kommen? Oder in einer Küche kochen, in der man das Fenster nicht öffnen kann? Und auch wenn Quentin und Taylor sich an der „Wärme“ rostiger Wände erfreuen: So ganz überzeugend ist das nicht.

Übers Geld redet kaum jemand

Schnöde Fragen nach dem Geld werden nicht gestellt - und auch die Architekten und Besitzer reden nur selten darüber. Schade, aber auch hier siegt die Höflichkeit über der Neugierde.

Interessant ist jedenfalls, wohin die Kamera (nicht) darf. In Norwegen, wo nackte Männer am Strand spazieren gehen, werden auch die Schlafzimmer ausgiebig besichtigt. Andernorts muss die Kamera bei den „Privaträumen“ draußen bleiben und man bekommt nur Einblick in Wohnzimmer und Küchen.

Wichtig: Am Anfang sollte man sich die Augen zuhalten. Denn nach ein paar Landschaftsaufnahmen wird kräftig „gespoilert“ und die Häuser der jeweiligen Folge werden im Schnelldurchlauf vorgestellt. Dabei ist die Serie doch viel besser, wenn man nicht weiß, was hinter dem Zaun, der Mauer oder am Ende des steilen Anstiegs auf einen wartet!

„Die außergewöhnlichsten Häuser der Welt“ (The World's Most Extraordinary Homes), zwei Staffeln, auf Netflix

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