„Game of Thrones“: Staffel sieben, Folge drei: Das Treffen von Eis und Feuer

In „The Queen's Justice“ treffen sich die zwei vielleicht wichtigsten Figuren der Serie. Eine selbstreferentielle Folge.

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer

Spoiler-Warnung: In diesem Episodenblog wird die Handlung der jeweils beschriebenen "Game of Thrones"-Folge verraten.

Staffel sieben Folge drei: „The Queen's Justice“. Hach, es ist schon schön, wie die beiden einander begegnen: Auf der einen Seite Daenerys Targaryen erhöht sitzend in dem imposanten Thronraum auf Dragonstone. Eine Frau mit vielen Titeln: „Rightful heir to the Iron Throne, the rightful Queen of the Andals and the First Men, Protector of the Seven Kingdoms, Mother of Dragons, the Khaleesi of the Great Grass Sea, the Unburnt, the Breaker of Chains“, wie Missandei sie ankündigt. Auf der anderen Seite, am Fußende der Treppe stehend Jon Snow. „He's King in the North“, fügt Davos Searoth noch schnell hinzu, als er ihn vorstellt. David Benioff und D.B. Weiss, die die Folge „The Queen's Justice“ selbst geschrieben haben, wollen einen wissen lassen: das sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die hier – endlich, nach über sechs Staffeln – aufeinandertreffen. Für alle, die noch ein wenig Nachhilfe brauchen, sagt es die rote Priesterin Melisandre mit Bezugnahme auf den Titel der Romanreihe noch einmal ganz deutlich: Sie habe „fire and ice“ zusammengebracht. Ihr Arbeit sei vollendet.

Es ist keine Liebe auf den ersten Blick zwischen Jon und Daenerys, eher ein Kräftemessen. Er will ihr nicht die Treue schwören, sie demonstriert ihre (Willens)stärke. Danerys spricht davon, dass sie vergewaltigt wurde. Das ist interessant, denn sie hat ihren verstorbenen Mannn Khal Drogo ja auch geliebt. Und warum will Jon nicht, dass Daenerys weiß, dass er von den Toten auferstanden ist?

Immerhin bringt Tyrion – auch das eine schöne Wiederbegegnung, reisten Tyrion und Jon ja einst an die Wall zusammen – die beiden Sturköpfe dazu, ein wenig zusammenzuarbeiten. Jon darf das Dragonglass auf der Insel abbauen. Dafür ist er eigentlich gekommen.

Tyrions „alte Weisheiten“

Vor allem bei Tyrions Dialogen ist die Folge ziemlich selbstreferentiell und ironisch. Ob beim Gespräch über Sansa, wenn er Jons Talent fürs Grübeln lobt oder, wenn er eigene Aussagen als „alte Weisheiten“ präsentiert: so viel Witz ist selten in der oft sehr düsteren Serie.

Auge um Auge, Gift um Gift

Öfter gibt es Szenen wie jene in King's Landing: Euron Greyjoy präsentiert Königin Cersei sein Geschenk: Ellaria Sand, die ihre Tochter Myrcella vergiftet hat, und deren Tochter Tyene. Klar, dass Cersei es ihr mit gleicher Münze heimzahlt: Ellaria wird zusehen müssen, wie ihre Tochter an Gift stirbt und verwest. Ein trauriges Ende für eine vermurkste Storyline.

Für Cersei ist das Geschenk nicht genug, wie könnte es auch? Lieber vernascht sie Jaime als Euron und verhandelt mit der Eisernen Bank von Braavos darüber, wie sie ihren Krieg finanzieren kann. Sie weiß auch ganz genau, wo das Geld zu holen ist. Nicht im Familiensitz Casterly Rock, den die Lannister-Zwillinge von den Soldaten ihrer Gegnerin erobern lassen. Nein, in Highgarden, dem Familiensitz des Hauses Tyrell. Familienoberhaupt Olenna muss Gift schlucken. Am Ende bleibt ihr nur der süße Vogel Rache, wenn sie Jaime wissen lässt, dass sie es war, die König Joffrey ermordet hat. Dann ist das Haus Tyrell Geschichte. Ein weiterer Handlungsstrang ist nun zu Ende. Man merkt: „Game of Thrones“ steuert auf das Finale zu.

Unsensibler dreiäugiger Rabe

Und in Winterfell? Sansa gibt wirklich eine gute Burgherrin. Sie kümmert sich um die Vorräte für den Winter und darum, dass die Rüstungen mit Leder überzogen werden, damit die Soldaten nicht frieren. Stets an ihrer Kittelschürze: Petyr „Littlefinger“ Baelish. Der sieht es gar nicht gerne, dass ein weiterer Stark-Spross nach Winterfell zurückkehrt: Bran alias „Three-eyes raven“. Er könne in der Vergangenheit und Gegenwart alles sehen. Sansa an ihre Hochzeitsnacht und ihre erste von vielen Vergewaltigungen durch Ramsay Bolton zu erinnern, ist allerdings nicht gerade sensibel: „You were so beautiful that night …“

Auffälliges:

 

  • Melisandre – und Varys – werden auf Westeros sterben, prophezeit die Rote Priesterin.


Zitate der Woche

  • Petyr 'Littlefinger' Baelish gibt Sansa einen Ratschlag: "Fight every battle everywhere, always, in your mind. Everyone is your enemy, everyone is your friend. Every possible series of events is happening all at once. Live that way and nothing will surprise you. Everything that happens will be something that you've seen before."

 

  • Olenna Tyrell: "And you took your army, your real army, and went where they (Daenerys' Armee) weren't."
  • Jaime Lannister: "As Robb Stark did to me at Whispering Wood. There are always lessons in failures."
  • Olenna Tyrell: "Yes. You must be very wise by now."

 

  • Tyrion Lannister zu Jon: "I came down here to brood over my failure to predict the Greyjoy attack. You're making it difficult. You look a lot better brooding than I do. You make me feel like I'm failing at brooding over failing."

 

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