Protestsong-Contest: Erstes Wiener Heimorgelorchester siegt

Die Heimorgler konnten sich mit "Widerstand ist Ohm" gegen Publikumsfavoriten The I Fratelli Ramoreo durchsetzen. Die machten aus einem Falco-Song einen Protestsong gegen Kärnten.

(c) AP (STEPHAN TRIERENBERG)

Einen knappen Sieg verbuchte das Erste Wiener Heimorgelorchester gestern, Donnerstag, Abend beim sechsten Anlauf des Protestsongcontest. Zehn Bewerber bestritten auf der Bühne des Wiener Rabenhoftheaters das Finale und protestierten in ihren Songs gegen so unterschiedliche Feindbilder wie Paranoia, Langeweile, Kapitalismus und auch Kärnten. Zu hören war die Veranstaltung auch wieder live auf Radio FM4.

Mit dem physikalisch-dadaistischen Song "Widerstand ist Ohm" konnten sich die Heimorgler gegen den Publikumsfavoriten The I Fratelli Ramoreo und ihrem Kärnten-kritischen Falco-Cover "Young Romance" durchsetzen. Dicht gefolgt vom dritten Titel, der um den Sieg mitspielte, dem postpunkigen Protestsong gegen die ermüdende, weil gesicherte Existenz "Langeweile" von Squisy Squid. Wie gewohnt war das Publikum im vollen Rabenhof nicht immer einer Meinung mit den Juroren, doch was wäre ein Protestsongcontest ohne spontanen Protest?

Der minimalistische Elektrosong vom Erste Wiener Heimorgelorchester, der mit Textzeilen wie "Die Trägheit macht die Masse - Die Schule macht die Klasse" den wohl elegantesten Protestsong des Abends ergab, überzeugte in Summe die sechs Jury-Mitglieder. So gewann damit die arrivierteste und auch älteste Combo des Abends, denn schon seit 1994 erzeugt das Erste Wiener Heimorgelorchester mit Billig-Keyboards kernige Low-Fi-Popsongs.

Dirk Stermann moderierte den Protestsongcontest zum zweiten Mal ohne Kompagnon Christoph Grissemann. Die Jury-Mitglieder bestand aus Protestsongcontestgewinnerin 2007 Mieze Medusa, Journalistin und Autorin Doris Knecht, Sängerin Birgit Denk, Musiker Didi Bruckmayr, FM4-Journalist Martin Blumenau sowie Musiker und Helmut-Zilk-Imitator Peter Paul Skrepek.

Der Protestsongcontest wurde 2004 zum 70. Jahrestag der Februarunruhen des Jahres 1934 ins Leben gerufen. Bei den Einsendungen sind sowohl Eigenkompositionen als auch Coverversionen willkommen, der Text muss jedoch original vom Teilnehmer kommen.

 

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