Nazar versus Strache: "Und dafür soll ich bestraft werden?"

Nazar hat bei seinem Konzert in der Arena eine Brandrede für Österreich-Liebe gehalten und anschließend den FPÖ-Chef beleidigt. Straches Anwalt geht nun rechtlich gegen den Wiener Rapper vor.

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(c) Nazar Facebook

"Ich bin nach Österreich gekommen, ein kleiner schwarzer Bua mit schwarzen Haaren und die haben mich empfangen, als wenn ich ihr eigenes Kind bin. Und haben mich dort (Anm. des Redakteurs: Im Krankenhaus) behandelt. Sie haben meiner Familie gesagt: So lange ihr hier bleiben wollt, könnt' ihr hier bleiben und versuchen das beste daraus zu machen. Dann bin ich älter geworden, bin so viel um die Welt gereist und hab gemerkt, wie dankbar ich eigentlich sein muss, dass es ein Land wie Österreich gibt und eine Stadt wie Wien ... Irgendwann habe ich die Staatsbürgerschaft bekommen und mir geschworen, für dieses Land immer da zu sein". Diese Worte wählte der Wiener Rapper Nazar, ein in Teheran geborener Favoritner, bei seinem Konzert am Freitagabend in der Arena - Eine Brandrede für Integration und Verbundenheit für Österreich und Wien. Man möchte meinen, dass Politiker aller Lager darüber glücklich wären.

Doch darüber spricht in den sozialen Medien kaum jemand, dafür umso mehr über ein Wort ("Hurensohn"), mit dem Nazar den FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache beleidigte. Die FPÖ schäumte vor Wut. Generalsekretär Kickl nannte Nazar "Favoritner Schrumpf-Bushido" und attestierte, dieser sei "eher ein Fall für den Psychiater als für eine Bühne".

"Noch die letzten Sonnenstrahlen genießen"

Es war nicht die erste Auseinandersetzung zwischen der FPÖ und Nazar. Der Anwalt von Strache leitete rechtliche Schritte ein und klagt wegen Beleidigung.

Nazar wurde nach seinem Sager mit einem rechtsextremen Hitler-Posting auf Facebook bedroht:


Auf seiner Facebook-Seite antwortete er ironisch mit einem Foto und den Worten auf die Klage: "Noch die letzten Sonnenstrahlen in Wien genießen ‪#‎Paragraph115‬".

Am Mittwoch hat Nazar nun das Video von seinem Auftritt auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht und mit "Und dafür soll ich bestraft werden?" kommentiert:

Die "Tagespresse" kommentierte den Disput übrigens folgendermaßen:

Strache klagt auch den ORF

Heinz-Christian Strache, der in der ORF-Serie "Vorstadtweiber" als "schwul" bezeichnet wurde (DiePresse.com berichtete), klagt auch den öffentlich-rechtlichen Sender. "Mein Mandant ist nicht homosexuell", sagte sein Anwalt Michael Rami zu "Heute".

(mtp.)

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