Musiker James Last gestorben

Der deutsche Bigband-Leader starb mit 86 Jahren in Florida. Mit seinem "Happy Sound" gilt James Last als Vorreiter des "Easy Listening".

James Last Live Tour 2015 Non Stop Music Freiburg 08 04 2015 James Last mit Band EP_dfg
James Last Live Tour 2015 Non Stop Music Freiburg 08 04 2015 James Last mit Band EP_dfg
James Last bei einem Live-Auftritt im April diesen Jahres – (c) imago/Eibner (imago stock&people)

Der deutsche Bigband-Leader James Last ist tot. Der Musiker starb am Dienstag mit 86 Jahren in Florida (USA), wie sein langjähriger Konzertveranstalter Semmel Concerts am Mittwoch in Berlin mitteilte. Last sei im Beisein seiner Familie nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben, hieß es. Eine öffentliche Trauerfeier sei in Hamburg geplant, der Termin ist aber noch offen. 

Der Musiker wurde 1929 als Hans Last in Bremen geboren. 1943 besuchte er die Heeresmusikschule Bückeberg, in den ersten Friedensjahren spielte er mit seinen Brüdern Robert und Werner im Tanzorchester von Radio Bremen. Dann gründete James eine eigene Band, Anfang der 50er wurde er dreimal in Folge zum besten Jazzbassisten in Deutschland gewählt, 1955 engagierte ihn das Orchester des Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg.

"Happy Sound"

1964 bekam er einen Plattenvertrag bei Polydor. Mit seinem Orchester nahm er sich im tänzerischen Big-Band-Stil eigenen Kompositionen und aktuellen Hits an und verschrieb sich dem "Non Stop Dancing", wie sein 1965 veröffentlichtes Debüt hieß. Zur mitreißend-heiteren Musik mischte er Geräusche, ausgelassene Lacher oder Gläserklirren. Damit gilt er als Erfinder des "Happy Sound", einer Stilrichtung des "Easy Listening". Ab dieser Zeot verarbeitete der Arrangeur Titel von Popgrößen für die Big Band - von Christina Aguilera bis zu den Beatles. Die Songs gehen ineinander über im Wohlfühlklang. 

Mit seiner lässigen Art und den Pop-Klängen im Big-Band-Format traf er den Nerv der Nachkriegsgeneration. Es folgten mehr als 80 Millionen verkaufte Tonträger und etliche Auszeichnungen - darunter 17 Platin- und mehr als 200 Goldschallplatten. Last gilt damit als der erfolgreichste deutsche Bandleader nach dem Zweiten Weltkrieg.

Er mache weiter bis zum Umfallen, sagte er vor seiner letzten Tournee. Diese führte die "Easy Listening"-Koryphäe im April auch in die Wiener Stadthalle.

Schicksalsschläge

Auch Schicksalsschläge sind ihm nicht erspart worden. Lasts erste Frau Waltraud wurde bei einem Autounfall schwer verletzt, 1997 starb sie an Krebs. Danach heiratete er die 30 Jahre jüngere Vermögensberaterin Christine Grundner.

(APA/dpa)

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