Ein Wiener Free-Jazz-Pionier ist tot

Trompeter Sepp Mitterbauer ist 69-jährig gestorben.

Mitte der 1960er, gar nicht lange nach dem Aufbruch amerikanischer Musiker in den Free Jazz, begannen auch in Wien unorthodox gesinnte Jazzer mit der freien Improvisation. Darunter der Trompeter Sepp Mitterbauer, der schon mit zwölf am Konservatorium Klavier studiert hatte. In den Jazz brachte er – neben seinem Gefühl für Lyrik auch im wildesten Chaos – sein Wissen über die Zwölftontechnik Matthias Hauers ein.

1965 war er unter den Gründungsmitgliedern der Reform Art Unit, mit Fritz Novotny. Im Gegensatz zu diesem hatte er sich aber schon 1964 entschlossen, den Jazz nur als Hobby zu sehen. Hauptberuflich war er beim Magistrat, brachte es bis zum Leiter des Bezirksamts Brigittenau. Nun ist dieser freundliche, feinsinnige Musiker, der fast bis zuletzt spielte, auch bei der beständigen Reform Art Unit, an Krebs gestorben. (tk)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2015)

Kommentar zu Artikel:

Ein Wiener Free-Jazz-Pionier ist tot

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen