DJ Avicii: Der Meister des nahbaren Beats ist tot

Der Top-DJ wurde im Alter von 28 Jahren tot im Oman aufgefunden. Er produzierte Hits wie "Wake Me Up" und "Waiting For Love". Sein DJ-Leben blieb nicht ohne Folgen, 2016 hatte er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Avicii, Tim Bergling, verstarb im Alter von 28 Jahren.
Avicii, Tim Bergling, verstarb im Alter von 28 Jahren.
Avicii, Tim Bergling, verstarb im Alter von 28 Jahren. – REUTERS

Seine Musik kennt man, selbst wenn man seinen Namen möglicherweise noch nie gehört hat. Doch sogar sein Gesicht war vielen ein Begriff - nicht selbstverständlich in der DJ-/Produzenten-Branche. Schließlich war er einer der ganz großen seines Genres, einer der brerühmtesten DJ-Popstars der letzten zwanzig Jahre. Am Freitag wurde bekannt: DJ Avicii ist tot. Der Schwede wurde am Freitagnachmittag (Ortszeit) in seinem Hotelzimmer im Oman leblos aufgefunden, wie sein Management bestätigte. Der Künstler, der mit den Singles "Wake Me Up", "Hey Brother" und "Waiting For Love" die Spitze der Hitparade in Österreich erreicht hatte, wurde 28 Jahre alt.

Aviciis Musik hatte stets unterschiedliche Stimmen, doch die Musik des DJs und Produzenten Tim Bergling blieb dem Beat stets treu: in unterschiedlichen Tempi und Stärken belebte sie die Clubs, meist mit eingängiger Melodie und kreativen Hook-Lines - und vor allem: stets zum Tanzen animierend. Seine Einflüsse waren vielfältig, gerade seine bekannteren Hits nahmen gerne Anleihen im Country-Genre.

"Die Familie ist am Boden zerstört und wir bitten darum, ihr Bedürfnis nach Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit zu respektieren", hieß es in einem Statement. Der DJ, der 2015 beim Lake Festival zuletzt in Österreich gastierte, hatte 2016 seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit verkündet. Als Grund nannte der damals 26-jährige auf seiner Webseite seinen dichten Zeitplan, der "zu wenig Zeit für die reale Person hinter dem Künstler" ließe. Ein Roadtrip mit Freunden durch die USA habe ihn "die Dinge in einem neuen Licht sehen" lassen. Er habe viele Interessen in diversen Bereichen, aber keine Zeit, ihnen nachzugehen.

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Neue Songs letzten Sommer

Trotzdem hatte Avicii erst im August vergangenen Jahres neue Tracks veröffentlicht. Auf seiner sechs Songs umfassenden EP "Avīci" war auch "Lonely Together" zu hören, den Pop-Star Rita Ora eingesungen hat. Eine Spur erfolgreicher vielleicht war zuletzt noch "Without You", gesungen von Sandro Cavazza.

Avicii soll in den vergangenen Jahren an einer Entzündung seiner Bauchspeicheldrüse gelitten haben - auch wegen angeblich übermäßigem Alkohlkonsums. 2014 musste er sich einer Operation unterziehen: Blinddarm und Gallenblase wurden entfernt. Auf Fotos zeigte er sich teils extrem abgemagert.

Avicii gehört zu den weltweit erfolgreichsten DJs und wurde 2012 und 2013 vom "DJ Magazine" gar zum Besten seiner Zunft gekürt. Er kollaborierte mit u.a. Madonna, Coldplay und David Guetta.

"Wake me Up" war 2013 ein richtiger Sommerhit. Der Track ist laut GfK der Song mit den zweitmeisten Downloads überhaupt in Deutschland - hinter Helene Fischer mit "Atemlos".

Nominierung für Billboard Music Award

Erst vor wenigen Tagen hatte er bei Facebook geschrieben, er fühle sich geehrt, für die Billboard Music Awards 2018 nominiert zu sein. Auf keinen Fall solle man die Show im Mai verpassen. Seit 1990 werden die Billboard Music Awards jährlich von dem gleichnamigen Fachmagazin verliehen, sie basieren größtenteils auf Chartplatzierungen.

Der Name Avicii wurde laut mehreren Medienberichten von der tiefsten buddhistischen Hölle abgeleitet, die den Namen „Avici“ trägt. Da dieser Nutzername auf der Internet-Plattform Myspace aber schon vergeben war, soll Bergling damals ein zweites "i" an diesen Namen angehängt haben.

Hier das Youtube-Video zu "The Nights", einem von Aviciis größten Hits. In den Lyrics heißt es gleich zu Beginn:

"Hey, once upon a younger year
When all our shadows disappeared
The animals inside came out to play
Hey, when face to face with all our fears
Learned our lessons through the tears
Made memories we knew would never fade"

(APA/klepa)

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