"Lauwarmer Glühwein" für die Toten Hosen in Schladming

17.000 Gäste, 30 Songs: Im Planai Stadion eröffneten Campino und Konsorten die Skisaison. Ein Fan aus Niederösterreich wurde für seine Gesangskünste getadelt.

Campino
Campino
Campino – imago/Hartenfelser

Mit satten 30 Songs haben die Toten Hosen Samstagabend in Schladming vor rund 17.000 Gästen im ausverkauftem Planai Stadion die Skisaison in der obersteirischen WM-Stadt eröffnet. Campino und Konsorten legten einen soliden Auftritt hin, ärgerten sich aber über lauwarmen Glühwein. Der gefühlte Höhepunkt mit "Tage wie diese" war gleichzeitig auch schon fast der Schlusspunkt der Deutschen.

Pünktlich um 21 Uhr ging es los und das von den Donots aufgewärmte Publikum ließ sich nicht zwei Mal bitten: Schon bei "Bonnie & Clyde" wurde lautstark mitgesungen - wohl auch um die frostigen Temperaturen zu bekämpfen. Nach knapp 20 Minuten kostete Campino aus seinem Häferl Glühwein, der allerdings nur mehr lauwarm war. Von den Fans erwartete er mehr als lauwarm: "Das war schon gut, wenn es der Nürnberger Christkindlmarkt wäre, aber das ist fucking Schladming", peitschte er die Menge an, um danach mit dem Titel der vergangenen Tour "Laune der Natour" noch ein Schauferl draufzulegen.

Ohne Pause spielten die "Hosen" knapp zwei Stunden durch und ließen dabei weder ihre ganz alten Gassenhauer wie "Bommerlunder", "Hier kommt Alex" oder "Azzurro" aus, noch verzichteten sie auf ihre jüngeren Veröffentlichungen wie "Unter den Wolken" und "Wannsee". Besonders der Mix aus alt und neu gegen Schluss des Konzerts schien den Fans am besten zu gefallen, denn nach "Zehn kleine Jägermeister" und vor "Tage wie diese" war die Stimmung am besten. Campino wirkte ob der teils verhaltenen Fans auf den Tribünen nicht ganz zufrieden, gab sich aber redlich Mühe auch diese ins Boot zu holen.

"Das ist scheiße, sorry"

Einen Rohrkrepierer gab es auch zu beklagen, allerdings nicht von der Band, sondern eines Fans. Campino ließ einen Zuschauer auf die Bühne zum Singen, fragte aber gezielt nach Textsicherheit bei der zweiten Strophe von "Paradies": "Wer hat's drauf? Keine Poser!" Roman aus Niederösterreich wirkte wohl überzeugend und gab auch sein bestes, doch trotz einer passablen Rock-Stimme fehlten ihm die richtigen Zeilen. Campino sah ein wenig zu, meinte dann aber: "Das ist scheiße, sorry." Und schon war Roman aus Niederrösterreich wieder in der Menge verschwunden.

Nach "Tage wie diese" am Ende des Auftritts servierten die Toten Hosen noch mit "You'll Never Walk Alone" einen Schluss-Klassiker. Nach knapp zwei Stunden Galopp durch die deutschen Rock-Jahrzehnte verabschiedete sich die Band von der Bühne. Ein minutenlanges Feuerwerk des Veranstalters nach den Schlussakkorden setzte dem Skiopening noch die Haube auf.

(Ingrid Kornberger/APA)

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