Russische Behörden schikanieren heimische Musiker

Seit Wochen unterbinden russische Behörden Konzerte von Rappern, Hip-Hop-Musikern und anderen Künstlern. Besonders häufig betroffen ist das Gothic-Rap-Duo Ic3peak.

Screenshot aus einem Video von Ic3peak
Screenshot aus einem Video von Ic3peak
Screenshot aus einem Video von Ic3peak – (c) Youtube

Die Behörden in Russland gehen weiterhin gegen eine angeblich subversive Jugendkultur vor und unterbinden Konzerte populärer einheimischer Musiker. Der Kreml verfolge die Vorgänge sehr aufmerksam, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Freitag. Er wertete das Vorgehen der Behörden aber nicht.

Betroffen sind seit Wochen Rapper, Hip-Hop-Musiker und andere Künstler, weil sie angeblich Drogen und Selbstmord verherrlichen und zu Extremismus aufrufen. Das Gothic-Rap-Duo Ic3peak konnte am Donnerstag in der Provinzstadt Woronesch nur wenige Minuten spielen, weil Polizisten den Konzertort in einem Billardklub abriegelten, wie das Internetportal Mediasona berichtete. Tags zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in Petrosawodsk in Nordrussland einen Club gezwungen, den Auftritt des Rappers Gone.Fludd abzusagen.

Besonders Ic3peak hat bei einer ausgedehnten Tournee fast in jeder Stadt mit Schikanen zu kämpfen. "Wir sind geradezu ein Supersymbol geworden", sagte Sängerin Anastassija Kressilina im Interview mit Mediasona. Bei diesem Duo reagieren die Behörden vermutlich auf den Song "Es gibt keinen Tod mehr". Darin singt Kressilina: "Ganz Russland schaut auf mich. Soll alles brennen, soll alles brennen!"

Im November musste der Rapper Husky zwölf Tage Arrest absitzen, weil er nach der Absage eines Konzerts in Krasnodar improvisiert auf einem Autodach aufgetreten war.

 

(APA/dpa)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Russische Behörden schikanieren heimische Musiker

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.