Festivaletikette

Stagediving und die "Wall of Death"

Mit der Festivalsaison leben auch diverse Publikumsrituale wieder auf. Wie sie begannen, was sie bedeuten - und wie man sie am besten überlebt.

STAGEDIVING

Sprung ins Publikum: Pioniere waren Jim Morrison und Iggy Pop (im Bild), mittlerweile tun es sogar R&B-Künstler. Auch wer es als Zuschauer auf die Bühne schafft (manche Bands holen sich gern Fans nach oben), tritt den Rückweg gern springend an. Nach dem Sprung in die Menge folgt meist das . . .

Imago

CROWDSURFING

Auf Händen getragen. "That shit is so old", klagte zwar schon 2004 der Beastie-Boys-Gitarrist Ad Rock und bat sein Publikum, sich das "für die MTV Music Awards" aufzusparen - beliebt ist es dennoch, wenngleich bei den meisten Festivals offiziell verboten.

(c) imago/Future Image (Rainer Merkel)

CROWDSURFING

Musiker tun es auch auf Surfboards, in Schlauchbooten oder auf Gitarrenkoffern (wie hier im Bild Beatsteaks-Sänger Arnim Teutoburg-Weiß), Konzertbesucher lassen sich eher mit bloßem Leib über die Menge hieven. Beim Nova Rock 2018 wagte es sogar ein Rollstuhlfahrer mitsamt Gefährt. Im Idealfall wird man nach vorn bis zum Bühnengraben getragen, wo Securitys einen mehr oder weniger sanft wieder hinstellen.

Imago

POGO

Das Pogo-Tanzen, im Grunde ein beschwingtes Auf-und-ab-und-gegeneinander-Hüpfen, das aus der Punkszene kommt, ist mit einem Ehrenkodex verbunden: Gestürzte werden aufgerichtet, Ellenbogen niedrig gehalten. Bierduschen hingegen sind akzeptierte Nebenwirkungen des Rituals. Atemproblemen wegen des staubigen Festivalbodens beugen kundige Konzertgäste mit Mundschutz vor. Die Publikumsbereiche, in denen Pogo und das aggressivere Moshing betrieben werden, nennt man . . .

(c) imago stock&people (imago stock&people)

MOSHPIT

Fantraube, meist vor der Bühne, die spontan oder auf Zuruf der Band gebildet wird. Wer hier steht, will, so muss vermutet werden, rempeln und angerempelt werden. Normalerweise stehen Hilfsbereitschaft und Spaß im Vordergrund, doch Verletzungen kommen vor, 2007 starb ein Besucher eines Smashing-Pumpkins-Konzerts.

(c) imago/Chris Emil Jan�en (Chris Emil Janssen)

MOSHPIT

Nicht empfohlen ist der Aufenthalt im Moshpit für Schmerzempfindliche, Schmuckträger oder Träger lockeren Schuhwerks. Üblich bei Konzerten von Hard bis Alternative Rock sowie bei allen Punk- und vielen Metal-Spielarten - also bei den allermeisten Nova-Rock-Acts.

WALL OF DEATH

Schlachtformation: Die Menge teilt sich (meist auf Anweisung der Band) in zwei Hälften, die einander mit einigem Abstand gegenüberstehen und auf Kommando aufeinander zurennen. Nach dem Aufprall wird weitergetanzt. Merke: Wenn man in einer Konzertmenge plötzlich allein auf weitem Feld steht, ist das nicht der richtige Moment für Selfies. Besser: Flucht.

»FREEBIRD!«

Es hat sich, vor allem in den USA, zu einem Schmäh entwickelt, die (neunminütige!) Southern-Rock-Ballade von Lynyrd Skynyrd nicht nur bei Konzerten dieser Band lautstark zu verlangen, sondern bei allen möglichen (sogar bei Cher). Typische Reaktionen: Betrunkene lachen, andere rollen mit den Augen, die Band ignoriert's oder schimpft. Oder toppt den Schmäh: Bob Dylans Band spielte den Song tatsächlich an.

(c) imago/ZUMA Press (imago stock&people)
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STAGEDIVING

Sprung ins Publikum: Pioniere waren Jim Morrison und Iggy Pop (im Bild), mittlerweile tun es sogar R&B-Künstler. Auch wer es als Zuschauer auf die Bühne schafft (manche Bands holen sich gern Fans nach oben), tritt den Rückweg gern springend an. Nach dem Sprung in die Menge folgt meist das . . .

Imago

CROWDSURFING

Auf Händen getragen. "That shit is so old", klagte zwar schon 2004 der Beastie-Boys-Gitarrist Ad Rock und bat sein Publikum, sich das "für die MTV Music Awards" aufzusparen - beliebt ist es dennoch, wenngleich bei den meisten Festivals offiziell verboten.

(c) imago/Future Image (Rainer Merkel)

CROWDSURFING

Musiker tun es auch auf Surfboards, in Schlauchbooten oder auf Gitarrenkoffern (wie hier im Bild Beatsteaks-Sänger Arnim Teutoburg-Weiß), Konzertbesucher lassen sich eher mit bloßem Leib über die Menge hieven. Beim Nova Rock 2018 wagte es sogar ein Rollstuhlfahrer mitsamt Gefährt. Im Idealfall wird man nach vorn bis zum Bühnengraben getragen, wo Securitys einen mehr oder weniger sanft wieder hinstellen.

Imago

POGO

Das Pogo-Tanzen, im Grunde ein beschwingtes Auf-und-ab-und-gegeneinander-Hüpfen, das aus der Punkszene kommt, ist mit einem Ehrenkodex verbunden: Gestürzte werden aufgerichtet, Ellenbogen niedrig gehalten. Bierduschen hingegen sind akzeptierte Nebenwirkungen des Rituals. Atemproblemen wegen des staubigen Festivalbodens beugen kundige Konzertgäste mit Mundschutz vor. Die Publikumsbereiche, in denen Pogo und das aggressivere Moshing betrieben werden, nennt man . . .

(c) imago stock&people (imago stock&people)

MOSHPIT

Fantraube, meist vor der Bühne, die spontan oder auf Zuruf der Band gebildet wird. Wer hier steht, will, so muss vermutet werden, rempeln und angerempelt werden. Normalerweise stehen Hilfsbereitschaft und Spaß im Vordergrund, doch Verletzungen kommen vor, 2007 starb ein Besucher eines Smashing-Pumpkins-Konzerts.

(c) imago/Chris Emil Jan�en (Chris Emil Janssen)

MOSHPIT

Nicht empfohlen ist der Aufenthalt im Moshpit für Schmerzempfindliche, Schmuckträger oder Träger lockeren Schuhwerks. Üblich bei Konzerten von Hard bis Alternative Rock sowie bei allen Punk- und vielen Metal-Spielarten - also bei den allermeisten Nova-Rock-Acts.

WALL OF DEATH

Schlachtformation: Die Menge teilt sich (meist auf Anweisung der Band) in zwei Hälften, die einander mit einigem Abstand gegenüberstehen und auf Kommando aufeinander zurennen. Nach dem Aufprall wird weitergetanzt. Merke: Wenn man in einer Konzertmenge plötzlich allein auf weitem Feld steht, ist das nicht der richtige Moment für Selfies. Besser: Flucht.

»FREEBIRD!«

Es hat sich, vor allem in den USA, zu einem Schmäh entwickelt, die (neunminütige!) Southern-Rock-Ballade von Lynyrd Skynyrd nicht nur bei Konzerten dieser Band lautstark zu verlangen, sondern bei allen möglichen (sogar bei Cher). Typische Reaktionen: Betrunkene lachen, andere rollen mit den Augen, die Band ignoriert's oder schimpft. Oder toppt den Schmäh: Bob Dylans Band spielte den Song tatsächlich an.

(c) imago/ZUMA Press (imago stock&people)
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