Gegen Homophobie: Rammstein-Mitglieder küssen einander in Moskau

In Polen schwang Rammstein-Schlagzeuger Christoph Schneider die Regenbogenfahne, in Russland küssten sich die Gitarristen. Homosexualität ist in beiden Ländern tabuisiert.

In Moskau küssten sich die beiden Gitarristen  Richard Z. Kruspe und Paul Landers auf der Bühne auf den Mund.
In Moskau küssten sich die beiden Gitarristen  Richard Z. Kruspe und Paul Landers auf der Bühne auf den Mund.
In Moskau küssten sich die beiden Gitarristen  Richard Z. Kruspe und Paul Landers auf der Bühne auf den Mund. – (c) Screenshot

Die Berliner Band Rammstein provoziert - üblicherweise mit ihrer Musik. Für politische Statements oder Brandreden auf der Bühne sind die Musiker nicht bekannt. Auf ihrer aktuellen Tournee haben Rammstein nun aber eindeutig Stellung bezogen und zeigten Solidarität mit Schwulen und Lesben. In Chorzow in Polen hatte Rammstein-Schlagzeuger Christoph Schneider vergangene Woche die Regenbohnenfahne geschwungen. Die Fahne steht für die  internationale LGBTI-Gemeinde. LGBTI ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, intersexuell. In Russland legte die Band am Montag nach: Bei dem Konzert im Olympiastadion Luschniki in Moskau küssten sich die beiden Gitarristen Richard Z. Kruspe und Paul Landers auf der Bühne auf den Mund.

Ein Foto des Kusses postete die Band auf auf ihren Social-Media-Seiten. Auf Facebook wurde das Bild rund 12.000 Mal geliked und 1500 Mal geteilt. Auf Instagram bekam es sogar rund 250.000 Likes (Stand: Donnerstagvormittag).

Homosexuelle und transsexuelle Menschen werden in Polen und Russland immer wieder drangsaliert, gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht anerkannt. Der Chef von Polens rechtsnationalistischer Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski, hatte Homosexuelle im April als "Bedrohung" für sein Land bezeichnet. Im Juni wurde die erste Regenbogen-Parade von der polnischen Stadt Bialystok von Hooligans angegriffen.

In Russland war Homosexualität bis 1993 verboten, bis 1999 stand gleichgeschlechtliche Liebe auf der Liste der Geisteskrankheiten. Homosexuelle sind regelmäßig Anfeindungen und Angriffen ausgesetzt. Menschenrechtler beklagen immer wieder brutale Übergriffe, die oft folgenlos blieben.

Positive Äußerungen über Homosexuelle in Anwesenheit von Kindern stehen unter Strafe. Gegen dieses von Putin unterzeichnete Gesetz gegen "Homo-Propaganda" gibt es seit langem internationalen Protest.

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Equal rights for all #rammstein #lgbtqpoland

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Doppel-Konzert in Österreich

Auf ihrer Tournee machen Rammstein übrigens auch in Österreich Station: Am 22. und 23. August spielt die Band im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Beide Konzerte sind ausverkauft. Heuer haben die Berliner erstmals nach zehn Jahren mit ihrem selbstbetitelten Album wieder neues Material veröffentlicht.

(APA/dpa/Red.)

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