Plattengeschäft und Label Extraplatte muss schließen

Das 1977 gegründeten Wiener Independent-Label und Plattengeschäft auf der Währinger Straße sperrt zu. Am Freitag ist dort noch Totalabverkauf.

Plattengeschäft und Label Extraplatte muss schließen
Plattengeschäft und Label Extraplatte muss schließen
Symbolbild – (c) REUTERS (� Luke MacGregor / Reuters)

Die Schmetterlinge und Minisex, das Vienna Art Orchestra und die Tschuschenkapelle, Lukas Resetarits und Josef Hader: Sie alle haben Platten beim 1977 gegründeten Wiener Independent-Label Extraplatte herausgebracht, das nun insolvent ist. Damit schließt auch der bis zuletzt von Harald Quendler geführte Vertrieb und der zugehörige Laden in der Währinger Straße 46.

Seit der Gründung erschienen mehr als 1200 Tonträger, Videos und DVDs bei Extraplatte. Durch zu hohe Fixkosten und geringe Erlöse müsse man nun zusperren, sagte Quendler dem "Falter". Schuld ist auch der Preisverfall in der Tonträgerbranche. "Der Tonträgerimport hat viele Jahre lang die Extraplatte finanziert", so der Labelgründer. "Durch den EU-Beitritt ist die Exklusivität weggefallen. Plötzlich stand ich nicht mehr in Konkurrenz zur beschissenen Ware der Musikindustrie, sondern zu Anbietern des gleichen Produkts, die viel größer waren und anders kalkulieren konnten." Rettungsversuche seien gescheitert weil "es auch den anderen Firmen nicht gut geht."

Am Freitag, von 12 bis 18 Uhr, ist in dem Laden unter dem Logo einer Schallplatte mit Zähnen einer Kreissäge noch Totalabverkauf.

(Red.)

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