Sehnsucht nach dem Wort

Hearts Hearts, 2010 in Wien gegründet, schreiben, ihr Sound habe sich bei Sessions in einem oberösterreichischen Kloster entwickelt. Ihr erstes Album heißt „Young“.

Hearts Hearts: "Hunter Limits". Der stärkste Satz kommt gleich am Anfang: „I'm longing for the word out of concrete and steel“, singt David Österle mit seiner eleganten, beweglichen Stimme, und just beim Wort „word“ rutscht ihm der Ton weg. Das ist natürlich kein Zufall bei dieser Band, der man anhört, wie besessen sie an jedem Klang, ja, am Ein- und Ausschwingen jedes Klangs arbeitet. Hier geht's um das alte Dichterthema: Was kann man mit Wörtern/Worten sagen? „Borrowed words walk through my mind“, singt Österle im Refrain, „the long gone smell, now classified.“ So unbeholfen die Wörter sind, so hilfreich können sie sein, wenn es gilt, einen überwältigenden Eindruck zurückzuholen. Und wenn sie fort sind, ist auch der Rhythmus weg: im schroffen, von einem eisigen Cello getragenen Instrumentalteil. Dann kommen sie wieder, mit ihnen der Beat, der sich allmählich zurück in den Vordergrund schwingt. Kunstpop im besten Sinn.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.10.2015)

Kommentar zu Artikel:

Sehnsucht nach dem Wort

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen