Song der Woche

So lieb, dass es bedrohlich ist

Janina, Isabella, Ralf: Ohne Nachnamen stellt sich das 2015 in Augsburg gegründete Trio Zimt vor. Bald kommt das erste Album, es heißt „Glückstiraden“.

Zimt
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Zimt
Zimt – (c) Anton Zimmermann

Zimt: „Ideal ist nichts“. Wenn in Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ der Fleischhauer Oskar zu seiner Marianne sagt, sie werde seiner Liebe nicht entgehen, klingt das brutal. „Ich werde immer bei dir sein, ob du's willst oder nicht“, singt am Schluss dieses Lieds ein liebliches Jungmädchen – und das heißt eigentlich das Gleiche. Warum es so viel netter klingt, darüber kann man sinnieren, es liegt wohl am Charme dieses so schlichten wie gewitzten Popsongs, der Ältere unter uns an die Netteren der Post-Punk-Ära, etwa die frühen Go-Betweens, erinnern mag. Mit singendem Bass, einer Spielzeugmelodie, einer so minimalistisch wie zärtlich phrasierenden Sologitarre. Entsprechend beginnt der Song schon mit einer kleinen, fast wienerisch anmutenden Weisheit: „Ideal ist nichts, und nichts ist auch schon wieder nicht ideal.“ Verdammt abgeklärt, und dann dieser Schluss: Könnte sein, dass man diesem Song nicht entkommt.


Den Song der Woche
küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2017)

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