Traumhaft traumatisch

Fast eine Indie-Pop-Supergroup: Bei Piroshka sind u. a. Mike Berenyi von der Shoegazer-Band Lush und Justin Welch von Elastica dabei. Das Debütalbum soll „Brickbat“ heißen.

Piroshka: „Everlastingly Yours“.
Piroshka: „Everlastingly Yours“.
Piroshka: „Everlastingly Yours“. – (c) Beigestellt

Piroshka: „Everlastingly Yours“. Es beginnt mit einem aufsteigenden Xylofonmotiv, wann hat je ein Popsong so begonnen? Das erste Mal 1967, in „She's a Rainbow“ von den Rolling Stones, auf dem Album „Their Satanic Majesties Request“, auf dem man auch Schnarchen hört. Psychedelisch nannte man das damals, 20 Jahre später hätte man es Dream Pop genannt. Das war und ist ein nebliges Genre, sowohl im Sinn als auch im Klang: Träume können lieblich sein, aber auch unheimlich, der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer. „Tramples my dreams on the ground“, singt Mike Berenyi hier – natürlich mit lieblicher Stimme –, „tear up my flowers, and scatter the petals around.“ Später will sie dem Objekt ihrer Begierden das Herz ausreißen und seine Knochen verstreuen – mit einem Lächeln. Traumatisch. Traumhaft. Alles, was klingen kann, jubelt, schließlich sogar eine Mariachi-Trompete. Und am Ende wieder das Xylofon.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2018)

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