Sky Ferreira: Abwärts, mit Geigenbegleitung

In der Tradition düsterer New Wave à la Siouxsie Sioux steht Sky Ferreira, gefördert von Miley Cyrus. Ihr zweites Album soll „Masochism“ heißen.

Sky Ferreira: „Downhill Lullaby“.
Sky Ferreira: „Downhill Lullaby“.
Sky Ferreira: „Downhill Lullaby“. – Hedi Slimane

Sky Ferreira: „Downhill Lullaby“. Streicherklänge in der Popmusik können schrecklich sein – Stichwort „Symphonic Rock“ –, aber auch großartig, man denke nur daran, was Phil Spector aus „The Long And Winding Road“ gemacht hat. Oder, um bei den Beatles zu bleiben, George Martin aus „I Am the Walrus“. In dieser Tradition steht das Arrangement dieses gar nicht sanften Schlaflieds: Die Streicher geben eine schiefe Bahn vor, auf der die Sängerin gern abwärts rutscht: in ein seltsam masochistisch anmutendes Szenario: „You ripped me open, then you kiss me“, singt Sky Ferreira mit rauem Timbre, „blue lips and roses that you left me.“

Verstörend. Doch die Musik wird immer berückender, während die Stimme in den Hintergrund gleitet. Der Rhythmus schlägt beharrlich, schroffe Dissonanzen münden in verdächtig lieblichen Harmonien, die wieder im multiplen Echos zerschellen. Ganz am Schluss bleibt ein rührend reiner Ton stehen. Faszinierend.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2019)

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