In Tränen auf dem Schulball

Sie ist 18, wohnt in der Bay Area bei San Francisco, heißt mit Vornamen Maia, spielt Ukulele und mag Chet Baker: Viel mehr wissen wir nicht über die junge Frau, die sich Mxmtoon nennt.

Die junge Frau, die sich Mxmtoon nennt.
Die junge Frau, die sich Mxmtoon nennt.
Die junge Frau, die sich Mxmtoon nennt.

Mxmtoon: „Prom Dress“. „Highschool“ nannte man in den späten Fünfzigerjahren eine betont unschuldige Form des Rock 'n' Roll, in der es oft um Schulhofprobleme und -tragödien ging. Das klang oft mehr kokett als cool, hatte aber, glaciert mit einer hauchzarten Schicht Ironie, den gewissen Reiz des Trivialen, den Susan Sontag als „camp“ bezeichnete. Dieser Song steht in dieser Tradition, er heißt nach dem Kleid, das ein weiblicher Teenager zum Abschlussball des Highschool-Jahres trägt, in der Hoffnung, zur „Prom Queen“ gewählt zu werden. Aber ach, die Sängerin weiß: „I'd be the prom queen if crying was a contest.“ Warum die Tränen fließen? Das wird nicht wirklich klar, es ist jedenfalls ein ernster, tiefer Schmerz, auch wenn er hier zu Fingerschnippen und Ukulele-Zirpen vorgetragen wird, oder vielleicht gerade deshalb. Mxmtoon weiß, was die Marschallin weiß: „Leicht muss man sein.“ Es ist halt nicht immer leicht.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2019)

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