Ein Lied, in dem Geld brennt

Rosalía Vila Tobella, geboren 1993 in Katalonien, bringt Flamenco in den Pop. Ihr neues Video „Fucking Money Man“ enthält die Tracks „Dio$ No$ Libre Del Dinero“ und „Millionària“.

Rosalía Vila Tobella, „Dio$ No$ Libre Del Dinero“
Rosalía Vila Tobella, „Dio$ No$ Libre Del Dinero“
Rosalía Vila Tobella, „Dio$ No$ Libre Del Dinero“ – (c) beigestellt

Rosalía: „Dio$ No$ Libre Del Dinero“. Spätestens seit „Money (That's What I Want)“ (1959), eigentlich schon seit dem „Yankee Dollar“ in „Rum and Coca Cola“ (1944), ist Geld ein Thema in Pop. Die britische Band The KLF verbrannte 1994 öffentlich eine Million Pfund, die spanische Sängerin Rosalía singt zwar nur darüber („Millones ardiendo, vamo' a quemarlos“), aber das mit Verve. Und sogar ein bisschen Mitleid in der Stimme, wenn sie besingt, wie die grünen und purpurnen Banknoten brennen. Oder ist es nur das fantastisch eingesetzte Autotune? Wenn sie die Ambivalenz ausspricht („Quiero dinero“ – „Yo no lo quiero pa' na'“), wechselt sie in ein höheres Register, doch sie kommt gleich wieder auf den Boden: Kein Geld mehr! Stakkatostimmen antworten ihr, einmal fährt eine Tröte drein, ab und zu kommt ein Rhythmus auf, der aber nie die Kontrolle übernimmt. Und fern jedes Latin-Pop-Klischees ist. Auch das wirkt befreiend. Großer Song.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2019)

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