Jesca Hoop: „Free of the Feeling“

Wo Dinge keine Namen haben

Jesca Hoop: „Free of the Feeling“.
Jesca Hoop: „Free of the Feeling“.
Jesca Hoop: „Free of the Feeling“. – (c) beigestellt

Jesca Hoop: „Free of the Feeling“. „Stonechild“, Jesca Hoops neues Album, beschäftigt sich mit Mutterschaft, der Titel bezieht sich auf das Phänomen abgestorbener, versteinerter Föten im Mutterleib. (Verlorene) Kinder und einen Säugling gibt es auch in „Free of the Feeling“, diesem sanft elektronisch unterstützten, intimen und mysteriösen Folk-Song. Hier bleiben die Kinder im Hintergrund, nicht wie in „Old Fear of Father“ („I love my boys more than I love my girl“). Vielmehr lädt „Free of the Feeling“ zum Assoziieren ein. Hoop träumt darin von einem Niemandsland, in dem nicht einmal Sterne leuchten. Von einem Ort, vielleicht vielmehr von einer Zeit, in der Dinge noch keine Namen haben und nicht der Sprache und ihrer Ordnung unterworfen sind. Wo der Himmel noch nicht Himmel heißt. Ein Ort ohne Religion, in dem keine Sünde weggewaschen werden muss. Und wo der erwachte Mond eine feuchte Spur hinterlässt.

Jesca Hoop stammt aus Kalifornien und lebt in England. „Stonechild“ ist ihr fünftes Studioalbum. Am 25. Oktober spielt sie im Haus der Musik in Wien.

Den Song der Woche küren diese Woche Heide Rampetzreiter in Vertretung von Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. www.diepresse.com/songderwoche


[PNAJ8]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2019)

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